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22:01 01.05.2014
Foto: Prorussische Demonstranten blockieren am 1. Mai ein Verwaltungsgebäude im ostukrainischen Donetsk.
Prorussische Demonstranten blockieren am 1. Mai ein Verwaltungsgebäude im ostukrainischen Donetsk. Quelle: Igor Kovalenko
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Berlin/Moskau

Die Konfrontation schürt immer stärkeres Misstrauen gegenüber Russland. Nur noch 14 Prozent der Deutschen halten Russland für einen vertrauenswürdigen Partner.

Unterdessen hat Kanzlerin Angela Merkel im Nervenkrieg um die festgesetzten OSZE-Militärbeobachter in der Ostukraine den russischen Präsidenten Wladimir Putin um Hilfe gebeten. Merkel appellierte nach Angaben des Kreml an Putin, seinen Einfluss auf die prorussischen Aktivisten in Slawjansk geltend zu machen, um die Geiseln – darunter vier Deutsche – freizubekommen. Putin forderte in dem Telefonat einen Rückzug der ukrainischen Regierungstruppen aus der Ostukraine, ein Ende der Gewalt und einen nationalen Dialog. Der Westen beschuldigt Russland, die Krise in der Ukraine anzufachen.

Putin hatte am Dienstag im Fernsehen gesagt, er hoffe auf die baldige Freilassung der OSZE-Beobachter. Wie der Milizenführer Wjatscheslaw Ponomarjow am Mittwoch sagte, verzögerte sich die Freilassung aber „aus technischen Gründen“. Am Donnerstag berichtete er, dass neben der OSZE auch mit der Übergangsregierung in Kiew über die Freilassung verhandelt werde. Die Separatisten wollen erreichen, dass im Gegenzug vier gefangene Gesinnungsgenossen freikommen.

In Slawjansk sagte Ponomarjow, er habe noch keinen Kontakt zu Moskau gehabt und seine Gruppe gehorche auch nicht Putin. Die Gefangenen seien weiter in Slawjansk.

In der Krisenregion eskalierte am Donnerstag die Gewalt. Hunderte prorussische Aktivisten stürmten in Donezk ein Justizgebäude; es gab Verletzte. Die zum Teil maskierten Angreifer in Donezk attackierten das Gebäude der Staatsanwaltschaft mit Steinen, Feuerwerkskörpern und Brandsätzen und nahmen es ein. Die Situation eskalierte nach einem Protestzug Tausender Demonstranten. Die Menge forderte einen Anschluss der Ostukraine an Russland – nach dem Vorbild der Halbinsel Krim.

Der ukrainische Übergangspräsident Alexander Turtschinow räumte ein, die Kontrolle über Teile des Landes verloren zu haben. Er führte die Wehrpflicht wieder ein. Zudem gab Kiew bekannt, dass sie am 25. Mai zusätzlich zur Präsidentenwahl eine Volksbefragung abhalten will. Dabei soll es darum gehen, ob das Land als Einheit erhalten bleiben soll.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) greift der nahezu bankrotten Ukraine mit Hilfen von 17 Milliarden Dollar (12,3 Milliarden Euro) für zwei Jahre unter die Arme. Das Geld, dem weiteres aus internationalen Quellen folgen soll, soll die finanzielle Stabilität des Landes wiederherstellen und Wirtschaftswachstum in Gang setzen. Kiew beziffert den Gesamtbedarf auf mehr als 27 Milliarden Dollar.

Christoph Sator und Andreas Stein

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