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Politik Der Raketenkrieg ist zurück in Israel
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21:00 09.07.2014
Insgesamt seien rund vier der acht Millionen Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen bedroht, sagte ein Armeesprecher. Quelle: STRINGER
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Tel Aviv/Gaza

 Es mehrten sich auch Berichte über zivile Opfer, darunter Frauen und Kinder. Bei einem Luftschlag wurde nach palästinensischen Angaben eine fünfköpfige Familie getötet, darunter eine Frau und zwei Kinder.

In der Nähe des SOS-Kinderdorfes in Rafah im Gazastreifen gingen nach Angaben der Organisation 15 israelische Raketen auf Hamas-Camps nieder. Die Kinder des Dorfes seien durch die Detonationen traumatisiert. Aus Sicherheitsgründen dürften sie das Dorf nicht mehr verlassen.

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Erstmals seit dem Gaza-Krieg Ende 2012 griffen militante Palästinenser wieder Jerusalem und Tel Aviv mit Raketen an. Dort heulten am Mittwoch erneut die Sirenen. Sogar in der Küstenstadt Chadera knapp 120 Kilometer vom Gazastreifen entfernt schlug ein Geschoss ein. So weit hatten militante Palästinenser nie zuvor eine Rakete geschossen. Es gab sogar unbestätigte Berichte von Einschlägen im Norden des Landes.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte nach einer Beratung mit Militärs: „Wir haben entschieden, die Angriffe auf die Hamas und andere Terrororganisationen in Gaza noch weiter zu verstärken.“ Die Armee sei „auf alle Möglichkeiten vorbereitet“.

EU und USA warnten vor einer weiteren Eskalation der Gewalt und forderten die Konfliktparteien zur Mäßigung auf. Ziel müsse eine Waffenruhe sein. Friedensgespräche zwischen Israel und den Palästinensern unter US-Vermittlung waren im April gescheitert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte eine Koalition der Vernunft im Nahen Osten. Es dürften nicht noch mehr Unschuldige sterben.

Israel will mit der in der Nacht zu Dienstag gestarteten Offensive den ständigen Raketenbeschuss seiner Städte unterbinden. Insgesamt seien rund vier der acht Millionen Menschen in Israel durch Raketen aus dem Gazastreifen bedroht, sagte ein Armeesprecher. Berichte über Opfer in Israel gab es nicht. Die israelische Armee setzte in der Nacht zu Mittwoch ihre massiven Angriffe im Gazastreifen fort. Insgesamt seien 290 Ziele beschossen worden, teilte das Militär mit. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor hätten Luftwaffe und Marine 560 Ziele angegriffen. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 280 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 50 abgefangen.

Präsident Mahmud Abbas versammelte die Palästinenserführung zu einem weiteren Krisentreffen. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi sicherte Abbas nach palästinensischen Angaben am Telefon zu, sein Land werde sich für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas einsetzen. Abbas sprach in einer Fernsehansprache von einer „vorsätzlichen und brutalen israelischen Aggression“ im Gazastreifen. Die Arabische Liga forderte den UN-Sicherheitsrat in New York auf, eine Dringlichkeitssitzung wegen der Lage im Nahen Osten einzuberufen. US-Präsident Barack Obama betonte, dass die USA weiterhin eine Zwei-Staaten-Lösung für den einzigen Weg zu dauerhaftem Frieden in Nahost halten. Die amerikanische Unterstützung für Israel bezeichnete Obama als nicht verhandelbar.

Die Gewalt in der Region eskaliert seit Juni, als im Westjordanland drei jüdische Religionsschüler entführt und getötet wurden. Die Regierung macht dafür die Hamas verantwortlich, die den Vorwurf weder bestätigt noch dementiert. Aus US-Ermittlerkreisen verlautete, offenbar seien die drei mit zehn Schüssen aus einer Waffe mit einem Schallschützer getötet worden. Die Vorgänge deuteten auf eine geplante Tötung hin, sagte ein Insider der Agentur Reuters. Vergangene Woche wurde dann offenbar aus Rache ein palästinensischer Jugendlicher getötet. Sechs jüdische Tatverdächtige sind deswegen in Haft.

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