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Politik Das Wattenmeer zieht mit dem Grand Canyon gleich
Mehr Welt Politik Das Wattenmeer zieht mit dem Grand Canyon gleich
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19:48 26.06.2009
Am Freitag um 11.37 Uhr fiel die Entscheidung: Das Wattenmeer ist Weltnaturerbe. Quelle: Nigel Treblin/ddp

Die Nachricht kommt direkt aus dem spanischen Sevilla, wo derzeit das Unesco-Welterbekomitee tagt. Am Freitag um 11.37 Uhr fiel die Entscheidung. „Das ist eine ganz, ganz tolle Anerkennung für die ganze Region“, sagt Schumm mit einem breiten Lächeln. Im Nationalparkzentrum Wattenmeer in Cuxhaven spricht sich die Nachricht wie ein Lauffeuer herum.

Ein Anruf aus Sevilla, und schon sind die Mitarbeiter in heller Aufregung: „Schnell, mach den Fernseher an!“ ruft Ronald Osterndorf seiner Kollegin zu. Vielleicht hat es das Watt ja schon in die Zwölf-Uhr-Nachrichten geschafft – das wäre sozusagen die offizielle Bestätigung.

Dass das Wattenmeer Weltnaturerbe wird, damit hat im Nationalparkzentrum eigentlich jeder gerechnet. Trotzdem kam die Entscheidung am Freitag schneller als gedacht: „Wir haben sie eigentlich erst heute Abend erwartet“, sagt Nationalparkmitarbeiter Hubert Farke. Der Wattengeologe war mit verantwortlich für den Welterbe-Antrag, der bei der UNESCO eingereicht wurde.Der Lebensraum, einzigartig in der Welt, steht damit auf einer Stufe wie das Great Barrier Riff in Australien, die Galapagos Inseln oder der Grand Canyon in den USA.

Warum das Wattenmeer die strengen Anforderungen erfüllt, dafür nennt er gleich drei Gründe. Erstens: Die Artenvielfalt. „Vor allem in den Salzwiesen gibt es viele Tiere und Pflanzen, die ausschließlich dort vorkommen“, sagt Farke. Für sie sei diese Landschaft unersetzlich, weil sie sich so stark an die Salzwiesen angepasst haben. Zweitens: Das Wattenmeer ist Laichplatz für zahlreiche Fischarten sowie für viele Zugvögel der einzige Rastplatz auf ihrem langen Weg nach Süden. „Zehn Millionen Zugvögel machen zweimal im Jahr am Wattenmeer Station und fressen sich hier satt“, sagt Ronald Osterndorf vom Nationalparkzentrum Cuxhaven. Drittens: Das Wattenmeer ist weltweit einzigartig. Nirgendwo sonst gäbe es ein vergleichbares geologisches System mit Watt, Inseln und Salzwiesen, sagt Farke.

Für ihn ist das das wichtigste Argument: „Andernfalls wäre das Wattenmeer kein Weltnaturerbe geworden“, sagt er. Kurz nachdem die Entscheidung gefallen ist, fährt Sigmar Gabriel vor. Der Bundesumweltminister will am Nachmittag in Cuxhaven eine Rede zum Thema Windenergie halten und schaut vorher am Nationalparkzentrum zum Gratulieren vorbei.

„Diese Auszeichnung ist ein Dankeschön der Weltgemeinschaft an die, die das hier geschaffen haben“, sagt Gabriel. „Die Naturschützer und Nationalparkmitarbeiter, die seit Jahrzehnten dafür arbeiten, können stolz sein.“ Das Wattenmeer sei jetzt nicht mehr nur ein Nationalpark – als Weltnaturerbe stehe es auf der selben Ebene wie der Grand Canyon und die Serengeti. Abends feiern an die zweihundert Gäste ein Fest am Sahlenburger Strand. Auch Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander und sein Kollege aus Schleswig-Holstein sind dabei. Den Wirt der Sahlenburger „Kombüse“ kann der Rummel nicht begeistern. „Da ham’ wir doch nichts von“, sagt er knapp.

von Susann Reichert

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