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12:19 13.12.2009
Die dänische Polizei hatte insgesamt 968 Demonstranten festgenommen.
Die dänische Polizei hatte insgesamt 968 Demonstranten festgenommen. Quelle: afp
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Die dänische Polizei hat den Großteil der auf der Klimademonstration in Kopenhagen festgenommenen Demonstranten wieder freigelassen. 955 der insgesamt 968 Festgenommenen wurden in der Nacht entlassen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. 13 sind derzeit wegen „bestehenden Verdachtsmomenten“ noch in Haft, Deutsche sind nicht darunter.

In Kopenhagen hatten am Sonnabend Zehntausende Menschen für mehr Klimaschutz demonstriert und zur Halbzeit der UN-Klimakonferenz ein verbindliches Abkommen verlangt. Die Veranstalter sprachen von 100.000 Teilnehmern. „Ich habe 20.000 erwartet, vielleicht auch 60.000, dass es 100.000 geworden sind, macht mich sprachlos und stolz“, sagte Kumi Naidoo, der Leiter von Greenpeace International.

Zu der Großveranstaltung hatten über 500 Organisationen aus aller Welt aufgerufen, darunter Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen, Gewerkschaften und die Kirchen. Die Demonstranten forderten ein ehrgeiziges Klimaschutzabkommen und eine finanzielle Unterstützung für die Entwicklungsländer. Seit Montag verhandeln Vertreter aus 192 Staaten in der dänischen Hauptstadt über ein neues Klimaschutzabkommen.

Die Demonstration sei weitgehend friedlich geblieben, am Rande der Veranstaltung sei es jedoch zu Ausschreitungen gekommen, sagte die Sprecherin. Eine Gruppe habe Steine und Feuerwerkskörper geworfen, Scheiben seien zu Bruch gegangen. Nach Angaben der Polizei fanden die meisten Festnahmen „vorbeugend“ statt, um den friedlichen Verlauf der Demonstration zu gewährleisten.

Sprecher der Demonstranten kritisierten, dass viele Demonstranten grundlos mehrere Stunden auf der Straße in der Kälte festgehalten wurden. Die Polizei räumte ein, dass eine große Anzahl Protestierer „unverhältnismäßig lange“ auf den Abtransport habe warten müssen und kündigte eine Untersuchung an, wie sich dies in Zukunft vermeiden lasse.

Kurz vor der Klimademonstration war ein neues Gesetz in Kraft getreten, das sogenannte „Lümmelpaket“. Es sieht vor, dass Demonstranten präventiv bis zu zwölf Stunden in Haft genommen werden können. Haftstrafen und Bußgelder für Störer wurden deutlich erhöht.

ddp