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Politik DGB-Chef Hoffmann: Finanzministerium sollte an Grüne gehen, nicht an FDP
Mehr Welt Politik DGB-Chef Hoffmann: Finanzministerium sollte an Grüne gehen, nicht an FDP
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00:00 09.10.2021
Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Reiner Hoffmann, Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Quelle: imago images/sepp spiegl
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Berlin

Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, fordert, das Finanzministerium in einer Ampelkoalition solle an die Grünen gehen, nicht an die FDP. „Ich hoffe, dass die Ampel-Koalition zustande kommt“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Ich bin aber nicht der Meinung, dass die FDP das Finanzministerium darin übernehmen sollte“, fügte er hinzu.

Eine kluge, auf Investitionen ausgerichtete Finanzpolitik werde die Grundlage dafür sein, den Kampf gegen den Klimawandel erfolgreich zu bewältigen. „Die Grünen haben dafür weitreichende Vorschläge gemacht“, sagte Hoffmann. „Ich fände es daher richtig, wenn sie den Anspruch auf das Amt des Finanzministers erheben.“

Hoffmann erläuterte, es gebe eine große Übereinstimmung zwischen den Parteien, dass riesige Investitionen notwendig seien – nicht nur für den Kampf gegen den Klimawandel, sondern auch für die Gestaltung der Digitalisierung. Gleichzeitig wolle die FDP die Steuern senken. „Das passt nicht zusammen“, sagte Hoffmann. „Auf Grundlage dieses inneren Widerspruchs ist es keine gute Idee, dass die FDP in einer Ampel-Koalition das Finanzministerium übernimmt.“

DGB-Chef Reiner Hoffmann nennt FDP-Rentenkonzept „Humbug“

Hoffmann hat zudem das FDP-Konzept einer Aktienrente mit scharfen Worten abgelehnt, sieht in einer Ampel-Koalition bei dem Thema aber trotzdem Kompromissmöglichkeiten. „Einen Teil der gesetzlichen Rente durch eine Aktienrente zu ersetzen, lehnen die Gewerkschaften ab. Das ist sogar großer Humbug“, sagte er dem RND. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen bei ihrem Lebensunterhalt im Alter von den Finanzmärkten abhängen. Das hat die Finanzkrise gezeigt.“

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Hoffmann ergänzte: „Es kann aber durchaus Sinn machen, das FDP-Konzept dahingehend aufzugreifen, dass man über einen öffentlich-rechtlichen Fonds mit geringen Verwaltungskosten eine Möglichkeit der zusätzlichen Vorsorge für die Menschen schafft.“ Der DGB-Chef befand: „Auch hier gibt es also Kompromissmöglichkeiten in einer Ampel-Koalition.“

Das gesamte Interview mit Reiner Hoffmann lesen Sie hier.

Von Tobias Peter/RND

Der Artikel "DGB-Chef Hoffmann: Finanzministerium sollte an Grüne gehen, nicht an FDP" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.