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Politik Freispruch für Wulff?
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13:01 21.11.2013
Christian Wulff beim Prozessauftakt. Quelle: Treblin
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Hannover

Mit der Vernehmung der ersten Zeugen wird am Donnerstag im Landgericht Hannover der Prozess gegen Ex-Bundespräsident Christian Wulff fortgesetzt. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprechen sich vor allem Anhänger von FDP und CDU für einen Freispruch des Ex-Präsidenten aus - 71 Prozent der befragten FDP-Wähler und 53 Prozent der CDU-Wähler waren dafür. Im Schnitt plädierten zunächst nur 33 Prozent aller Befragten für einen Freispruch.

Die Bewertung änderte sich aber, nachdem darauf hingewiesen wurden, dass Wulff eventuell nichts davon mitbekam, dass sein Freund zahlte. Sollte der damalige Ministerpräsident wirklich ahnungslos gewesen sein, sind nur noch 36 Prozent für seine Verurteilung, dagegen 45 Prozent für einen Freispruch.

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Der NSU-Prozess, bei dem die Anklage Neonazis zehn Mordanschläge zurechnet, wird in der Öffentlichkeit allerdings als deutlich wichtiger eingeschätzt als der Prozess gegen Wulff. In der Umfrage betonten 53 Prozent der Befragten, das NSU-Verfahren sei aus ihrer Sicht der wichtigste Prozess des Jahres. Nur 11 Prozent sprachen sich für das Wulff-Verfahren aus.

Das frühere Staatsoberhaupt muss sich wegen Vorteilsannahme verantworten. Hintergrund ist ein Besuch Wulffs beim Oktoberfest 2008, bei dem seine Hotelkosten im "Bayerischen Hof" in München teilweise von Filmfinanzier David Groenewold übernommen worden sein sollen.

Als erste Zeugen in dem Verfahren werden deswegen nun Mitarbeiter des Hotels vernommen. Wulff war damals Ministerpräsident in Niedersachsen, er bekam nach eigener Aussage erst Jahre später mit, dass Groenewold teilweise für ihn zahlte. Zur Anklage kam der Fall, weil der Filmproduzent seinen Freund danach bat, bei Siemens um Unterstützung für eine seiner Produktionen zu bitten. Wulff räumte am ersten Prozesstag ein, er habe dies später auch getan, allerdings ausschließlich, weil ihm das Thema des Films am Herzen gelegen habe.

dpa

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