Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Christchurch: Warum wir keine Bilder vom Attentäter zeigen
Mehr Welt Politik Christchurch: Warum wir keine Bilder vom Attentäter zeigen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 15.03.2019
Die Polizei blockiert eine Straße in der Nähe des Attentats in einer Moschee in Linwood. Quelle: Mark Baker/AP/dpa
Anzeige
Berlin

Die Aufnahmen sind von zerstörerischer, mörderischer Brutalität. Eine Helmkamera filmt das Innere eines Kofferraums, in dem einer der Täter die Waffen vorbereitet, mit denen er in den nächsten Minuten wahllos um sich schießen wird. Dann läuft er los und beginnt zu schießen. Am Ende werden 49 Menschen ihr Leben verloren haben.

Für Medien stellt sich im Falle von existierenden Tat- und Täteraufnahmen immer eine Abwägungsfrage: Sind die vorhandenen Bilder von dokumentarischem Wert und sollten gezeigt werden? Oder lassen dies Respekt vor den Opfern und andere Erwägungen gerade nicht zu? Die Antwort war für uns: Wir zeigen die Bilder in diesen emotionalen und unübersichtlichen Momenten des Folgetags nicht.

Anzeige

Es ist eine Entscheidung aus Respekt vor den Opfern, die in Christchurch ihr Leben gelassen haben. Es ist überdies eine Entscheidung, dem Täter nicht bei der Erfüllung des düsteren Ziels zu helfen, mit den Morden maximale Aufmerksamkeit zu erreichen.

Seine Attacke auf eine Moschee streamte der Täter per Facebook live. Auf seinem inzwischen gelöschten Twitterprofil verbreitete er weitere Bilder. Dazu postete er Links zu einem 74-seitigen Pamphlet, in dem er seine Tat mit rechtsextremen Ideologien rechtfertigt.

Mit den Bildern wollte der Täter schockieren, Angst verbreiten und so über die Tat hinaus wirken. Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern mahnte, dem „Akt der Gewalt“ dieses Tages dürfe kein Raum geboten werden. Dem schließen wir uns an.

Lesen Sie auch: Christchurch-Video: Massaker zeigt Versagen von Social Media auf

Von Gordon Repinski/RND

Der Artikel "Christchurch: Warum wir keine Bilder vom Attentäter zeigen" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.