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15:51 29.11.2013
Mit Kampfjets ist Japan durch die von China neu errichtete Luftraumüberwachungszone geflogen. Quelle: dpa
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Peking

China geht auf Konfrontationskurs gegen Japan. Nach der Errichtung der Luftraumüberwachungszone im Ostchinesischen Meer hatte Chinas Militär zunächst zurückhaltend agiert. Flugzeuge der USA, Südkoreas und Japans flogen durch die Zone, als wenn nichts gewesen wäre. Doch jetzt wird der Ruf immer lauter, der chinesische Drache dürfe nicht als "Papiertiger" erscheinen.

Prompt verschärfte Peking am Freitag den Ton gegen Japan, weckt das Gespenst eines Kalten Krieges oder gar einer offenen Konfrontation in Ostasien. "Der Auftakt war nicht gut für China, weil der Eindruck entstand, dass China ein Papiertiger ist, nachdem keine entsprechenden Gegenmaßnahmen ergriffen worden waren", sagt Professor Cheng Xiaohe von der Volksuniversität in Peking. "Jetzt arbeitet Peking daran, schickt Kampfjets auf Patrouille. Es ist eine Demonstration der Souveränität."

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Der Experte für internationale Beziehungen ist überzeugt, dass China von sich aus keinen militärischen Konflikt wolle, ihm aber auch nicht ausweichen werde. "Als China die Entscheidung über die Zone traf, war allen klar, was passieren würde, wenn der Streit eskaliert", erklärt Cheng Xiaohe. "Wenn es andere Parteien auf eine Eskalation anlegen, wird China keine Angst haben und bis zum Ende kämpfen." Wo die "rote Linie" ist, vermochte der Professor nicht sagen. Aber der Kern des Konflikts ist aus seiner Sicht die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer, um die China und Japan schon seit langer Zeit streiten.

Der Konflikt ist im vergangenen Jahr neu ausgebrochen, als Tokio drei der Inseln gekauft und gegen den erklärten Widerstand Pekings nationalisiert hatte. Die japanische Argumentation, dass damit vermieden werden sollte, dass rechte nationalistische Kräfte sie erwerben, hat Peking nie überzeugt und wurde misstrauisch eher als Trick gewertet. Selbst wenn es nur eine japanische Fehlkalkulation war - der Schaden war angerichtet. Auch riss der rechtskonservative Kurs des neuen Ministerpräsidenten Shinzo Abe alte Wunden der düsteren Kriegsvergangenheit Japans in China auf.

Hinter dem Streit sieht der amerikanische China-Experte Gordon Chang noch andere Gründe. "Wegen innenpolitischer Probleme, besonders durch die schwache Wirtschaft, fallen Chinas Führer in den Nationalismus zurück, um ihre Legitimität zu stärken", sagte Chang. "Aus ihrer Sicht gibt es kein besseres Ziel als die Japaner." So schoss sich die populistische Zeitung "Global Times", die vom Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird, am Freitag auf Japan ein und forderte energische Gegenmaßnahmen, sollten japanische Flugzeuge die neu geschaffene Luftraumüberwachungszone missachten. Dann sollten auch Chinas Flugzeuge die entsprechende japanische Zone verletzen, forderte das Blatt und beschwor sogar das Szenario eines neuen Kalten Krieges.

Chinas Luftwaffe müsse sich für potenzielle Zusammenstöße rüsten. "Wir sind bereit, uns auf eine langanhaltende Konfrontation mit Japan einzulassen", so das Blatt. "Unser ultimatives Ziel ist es, seine Willenskraft und seinen Ehrgeiz zu brechen, eine strategische Konfrontation gegen China anzuzetteln." Das Kampfgetrommel erinnert an ein altes chinesisches Sprichwort: "Wer den Tiger reitet, kann schlecht absteigen." Kein Zweifel: Mit den militärischen Muskelspielen aller Seiten wächst die Gefahr eines versehentlichen Zwischenfalls. "Die gegenwärtige Situation in dem Seegebiet birgt ein großes Risiko, dass es Missverständnisse oder Pannen gibt", warnte die China-Expertin Stephanie Kleine-Ahlbrandt vom US-Institute for Peace in Washington.

dpa

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