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Politik „Akt der Respektlosigkeit“: China rügt Maas-Treffen mit Aktivisten
Mehr Welt Politik „Akt der Respektlosigkeit“: China rügt Maas-Treffen mit Aktivisten
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13:49 10.09.2019
Außenminister Heiko Maas (r, SPD) begrüßt Joshua Wong, Demokratie-Aktivist der Proteste in Hongkong. China habe formell gegen den Besuch und ein Treffen Wongs mit Außenminister Maas protestiert. Quelle: Michael Kappeler/dpa/AP Photo/Ng Han Guan/Montage RND
Peking

China hat den Besuch des bekannten Hongkonger Aktivisten Joshua Wong in Deutschland scharf verurteilt. Die chinesische Seite äußere "starke Unzufriedenheit" über die Entscheidung Deutschlands, "Separatisten aus Hongkong die Einreise zu gestatten und sich an Aktivitäten gegen China zu beteiligen", sagte Hua Chunying, eine Sprecherin des Pekinger Außenministeriums, am Dienstag. China habe formell gegen den Besuch und ein Treffen Wongs mit Außenminister Heiko Maas (SPD) protestiert und als „Akt der Respektlosigkeit“ verurteilt.

Wong hatte kurz nach seiner Ankunft am Montag in Berlin größere Unterstützung für die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone gefordert. "Ich hoffe, dass Menschen weltweit die Leute in Hongkong unterstützen, die für Freiheit und freie Wahlen kämpfen", sagte der 22-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Hongkong-Held Joshua Wong: Ein Student im Kampf gegen die Supermacht

Wong war am Abend auf dem Berliner Flughafen Tegel angekommen. Auf einem von der "Bild"-Zeitung organisierten Fest im Dachgarten-Restaurant des Bundestags in Berlin sprach der 22-Jährige im Anschluss unter anderem mit Außenminister Heiko Maas (SPD). Maas hatte nach der Freilassung Wongs am Montag gesagt, es sei ein gutes Signal, dass der junge Demokratie-Kämpfer wieder auf freiem Fuß sei. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist ein fundamentales Prinzip. Es darf keinen Einschränkungen unterliegen", twitterte er.

Wong war am Sonntagmorgen vor seiner geplanten Abreise zunächst am Hongkonger Flughafen festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, seine Kautionsbedingungen verletzt zu haben.

Seit dem 9. Juni kommt es in der Finanzmetropole immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

Die Hongkonger Regierungschefin Carrie Lam hat Demokratiebefürworter erneut zum Verzicht auf Gewalt und zum Dialog aufgerufen. Der reichste Mann der Metropole, Li Ka Shing, rief die Regierung auf, den überwiegend jungen Demonstranten einen Ausweg zu bieten.

Lam sagte am Dienstag: „Wir bereiten uns darauf vor, in die Öffentlichkeit zu gehen, um diesen Dialog direkt mit den Menschen zu führen, aber ich mache hier einen weiteren Appell, dass die erste Priorität zum Erreichen des Ziels, Frieden und Ordnung nach Hongkong zu bringen, für alle von uns, alle Menschen Hongkongs, ist, nein zu Gewalt zu sagen.“

Milliardär: Regierung soll Jugend vergeben

Protestierende hatten am Wochenende in U-Bahn-Stationen randaliert, auf Straßen Feuer entfacht und den Verkehr blockiert.

Der Milliardär Li bezeichnete die Jugend als „Meister unserer Zukunft“ und sagte, die Regierung solle Recht mit Vergebung kombinieren, um die Krise zu lösen: „Wir hoffen, die jungen Menschen können die Gesamtsituation bedenken und die am Steuer können den Meistern unserer Zukunft einen Ausweg geben“, sagte der 91-Jährige auf einer Videoaufnahme im örtlichen Fernsehen.

Auf Lis Aussagen angesprochen, stimmte Lam zu, dass die Regierung mehr tun und es besser machen könne, insbesondere, junge Menschen zu treffen und sich deren Unzufriedenheit anzuhören. Doch die Regierung könne Gewalt nicht dulden und werde das Recht strikt umsetzen, sagte sie.

RND/dpa/AP

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