Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik China attackiert USA wegen Inselstreit mit Japan
Mehr Welt Politik China attackiert USA wegen Inselstreit mit Japan
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:40 21.01.2013
Im Streit mit Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat China die USA scharf angegriffen. Quelle: dpa
Peking

Im Streit mit Japan um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer hat China die USA scharf angegriffen. Empört reagierte die Regierung in Peking auf US-Außenministerin Hillary Clinton, die Japans Verwaltung der Inseln ausdrücklich anerkannt hatte. Bei einem Zwischenfall nahe der chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln trafen am Montag Boote der Küstenwache Japans und chinesische Marineschiffe vorübergehend aufeinander. Sie forderten sich gegenseitig auf, das Seegebiet zu verlassen, das beide Seiten als jeweils eigenes Territorialgewässer betrachten.

In dem Streit sieht China eine veränderte Haltung der USA. So hatte US-Außenministerin Clinton am Vortag bei einer Pressekonferenz mit Japans Außenminister Fumio Kishida in Washington betont, dass die USA die Verwaltung der Inseln durch Japan „anerkennen“, auch wenn sie keine Position zur Souveränitätsfrage einnähmen. „Wir lehnen alle einseitigen Schritte ab, die versuchen, Japans Verwaltung zu untergraben“, sagte Clinton auch mit Blick auf Pekings Patrouillen. „Wir fordern alle Seiten auf, Zwischenfälle zu verhindern.“

Die USA gäben mit der Stellungnahme „das falsche Signal“, kritisierte Chinas Staatsagentur Xinhua. Clinton „ignoriere historische Tatsachen und internationales Recht“. Die Inseln gehörten zu China. Die USA hätten die Inseln in den 50er Jahren willkürlich unter ihre Kontrolle genommen und die Verwaltung in den 70er Jahren an Japan weitergegeben. Der „Kuhhandel“ beider Länder habe Chinas territoriale Souveränität verletzt.

Die Zeitung „Global Times“ zitierte Beobachter, dass Clinton mit ihren Äußerungen rechtsgerichtete Politiker in Japan ermutige. Das Parteiorgan „Volkszeitung“ riet den USA, die Spannungen nicht zu verschärfen. „China hat niemals Streit angeheizt, aber hat sich auch noch nie vor etwas gefürchtet.“ Der Sprecher des Außenministeriums, Qin Gang, sagte, die USA sollten „vorsichtig mit ihren Worten sein“. Die Hauptverantwortung für die jüngsten Spannungen liege bei der japanischen Regierung, sagte der Sprecher.

Der alte Streit war in diesem Sommer neu aufgeflammt, nachdem die Regierung in Tokio einige der Inseln gekauft hatte, damit sie nicht in die Hände eines rechtsgerichteten Politikers fallen. Der Kauf sollte aus japanischer Sicht eigentlich eine Verschärfung der Lage verhindern, stieß aber in China auf Empörung und löste die größten antijapanischen Proteste seit Aufnahme der Beziehungen aus. In dem strittigen Seegebiet gibt es auch Rohstoffvorkommen.

dpa

Zum Schutz vor möglichen Angriffen aus dem Bürgerkriegsland Syrien sind am Montag „Patriot“-Luftabwehrsysteme der Nato in der Türkei eingetroffen. Waffen und Ausrüstung für den Einsatz wurden am Morgen im Hafen der südtürkischen Stadt Iskenderun entladen, berichtete ein Korrespondent.

21.01.2013

Mindestens 80 Menschen sterben beim tagelangen Geiseldrama in der Sahara. Noch immer gibt es Vermisste. Wird ein Medienauftritt des Ministerpräsidenten alle Fragen klären?

21.01.2013

Der Streit über die Arbeit von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) spaltet inzwischen die deutsche Hochschul- und Forschungsszene. In dieser Woche wird es nun kritisch für die 57-jährige enge Vertraute von Angela Merkel.

21.01.2013