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Politik China-Taiwan-Konflikt: Der Westen darf jetzt nicht verbal eskalieren
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15:28 12.10.2021
Ein Militärhubschrauber zieht eine riesige Taiwan-Fahne hinter sich her und fliegt vor den Feierlichkeiten des Nationalfeiertags am Hochhaus „Taipei 101“ vorbei. Die Spannungen zwischen Taiwan und China haben rund um den Nationalfeiertag zugenommen.
Ein Militärhubschrauber zieht eine riesige Taiwan-Fahne hinter sich her und fliegt vor den Feierlichkeiten des Nationalfeiertags am Hochhaus „Taipei 101“ vorbei. Die Spannungen zwischen Taiwan und China haben rund um den Nationalfeiertag zugenommen. Quelle: Daniel Ceng Shou-Yi/ZUMA Press W
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Berlin

Es sind beunruhigende Nachrichten, die dieser Tage vom China-Taiwan-Konflikt eintreffen: militärische Provokationen durch die Supermacht; die Drohung durch Chinas Präsidenten an Taiwan, „die vollständige Wiedervereinigung wird verwirklicht werden“; die Reaktion Taiwans, sich mit aller Macht zu widersetzen.

Schon fürchtet mancher einen nahenden Angriff auf Taiwan und spekuliert, ob Taipehs traditionelle Schutzmacht USA überhaupt noch militärisch gegenhalten würde.

Doch der Westen sollte sich hüten, die Dramatik zu übertreiben und damit zu beschleunigen. Zwar testet China tatsächlich die Grenzen in seinem Umgang mit Taiwan aus, gerade durch die notorische Verletzung des Luftraums der demokratischen Insel.

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Und auch die Sorge ist berechtigt, dass Chinas Armee inzwischen überlegen ist und dass Pekings Wirtschaftserfolge keinen Demokratisierungskurs auslösen, wie seine Unterdrückung von Hongkong zeigt. Da schmerzt der Autoritätsverlust der westlichen Führungsmacht USA, die durch Corona, innere Spaltung und Afghanistan ein klägliches Bild abgibt.

Nicht zu viel interpretieren

Und doch muss man in Pekings Kurs noch keine Angriffspläne hineindeuten. So hat es keine neue Qualität, dass China auf Taipehs selbstbewusste Reden am Nationalfeiertag mit Rufen nach Wiedervereinigung antwortet. China hat Taiwan nie anerkannt, auch international ist seine völkerrechtliche Stellung umstritten.

Natürlich bleibt es wichtig, China zu widersprechen, zu ermahnen und seine Provokationen nicht tatenlos zu dulden. All das geschieht ja bereits. So verstärkt Europa seine Präsenz im Pazifik, etwa durch Eurofighter-Übungen mit Japan und Australien.

Doch Säbelrasseln wäre die falsche Reaktion. Wachsamkeit, verlässlichere Kooperation statt wachsende Konkurrenz der westlichen Staaten untereinander sowie vorausschauende Diplomatie gegenüber China sind bessere Antworten, als den Konflikt seinerseits zu eskalieren.

Von Steven Geyer/RND

Der Artikel "China-Taiwan-Konflikt: Der Westen darf jetzt nicht verbal eskalieren" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.