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Politik Chef der Nord-CDU Jost de Jager tritt zurück
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11:13 08.01.2013
Der 47-Jährige Jost de Jager hat die Konsequenzen aus einem persönlichen Schreckensjahr gezogen. Quelle: dpa
Kiel

Der bisherige Landesvorsitzende der schleswig-holsteinischen CDU, Jost de Jager, will nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa komplett aus der aktiven Politik aussteigen. Der 47-Jährige wird demnach auch nicht im März für Platz eins der Landesliste zur Bundestagswahl kandidieren. Am Montagabend war bekanntgeworden, dass de Jager als Landesvorsitzender zurücktreten will. Zu seiner überraschenden Entscheidung wird im Laufe des Tages eine Erklärung des CDU-Politikers erwartet.

Am späten Vormittag berät in Kiel der geschäftsführende Landesvorstand; danach gibt es eine Pressekonferenz. Wer neuer Vorsitzender der Nord-CDU werden könnte, ist noch völlig ungewiss. Die Landespartei steckt erneut in einer Führungskrise.

Nur 80 Prozent bei Wiederwahl

De Jager vollzieht einen Schritt, über den er bereits im Sommer nachgedacht hatte. Erst Ende November wurde der Ex-Wirtschaftsminister zwar als CDU-Landesvorsitzender wiedergewählt, aber er bekam kaum 80 Prozent - zu wenig, um alle Debatten verstummen zu lassen.

Mit de Jagers Rückzug beginnt für die Nord-CDU das neue Jahr so schlecht, wie das alte für sie gelaufen war. Mit der Landtagswahl im Mai flog die Partei nach sieben Jahren aus der Regierung. De Jager persönlich kam als CDU-Spitzenkandidat nicht in den Landtag, weil er kein Direktkandidat für das Landesparlament war und die Landesliste seiner Partei, deren Nummer eins er war, nicht zum Zuge kam.

Direktkandidat nur mit Ach und Krach

Dann entschloss sich de Jager zu einer Bundestagskandidatur, um nicht ohne jedes Parlamentsmandat und Regierungsamt zu bleiben. Er schaffte es nur mit Ach und Krach, zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gewählt zu werden. De Jager setzte sich im Wahlkreis Flensburg-Schleswig in einer Kampfabstimmung nur äußerst knapp gegen eine unbekannte Kommunalpolitikerin durch.

Landesvorsitzender und Spitzenkandidat wurde de Jager 2011 ohnehin nur, weil damals Christian von Boetticher als Konsequenz aus einer Beziehung zu einer Minderjährigen seine Ämter aufgeben musste. Nun steht die Nord-CDU vor einem weiteren Neuanfang an der Spitze. Wer den Vorsitz übernehmen könnte, ist noch nicht absehbar.

In Kiel ist Johannes Callsen als Vorsitzender der Landtagsfraktion die Nr.1. Viel personelle Macht ballt sich aber woanders: In der Bundestagsfraktion sitzen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium, Ole Schröder, dem Chef der CDU-Kommunalpolitiker im Norden, Ingbert Liebing, sowie dem früheren Landes- und Fraktionsvorsitzenden Johann Wadephul einflussreiche Christdemokraten aus dem Land. Seit vielen Jahren eine wichtige Rolle in der Landespartei spielt der Europaabgeordnete Reimer Böge. Und beim Landesparteitag Ende November sorgte für Furore besonders einer, der nach der Landtagswahl auch nicht in das Kieler Parlament kam: Ex-Landtagspräsident Torsten Geerdts.

dpa

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