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Politik Bundesweite Serie rechtsextremer Drohschreiben – Verdächtiger ermittelt
Mehr Welt Politik Bundesweite Serie rechtsextremer Drohschreiben – Verdächtiger ermittelt
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15:05 05.04.2019
Einsatzfahrzeuge der Polizei (Symbolfoto) Quelle: imago/Deutzmann
Berlin

Nach einer deutschlandweiten Serie von Mails mit Bombendrohungen und rechtsextremistischen Inhalten hat die Polizei einen Verdächtigen aus Schleswig-Holstein ermittelt. Der Mann stehe unter dem Verdacht, Verfasser zahlreicher Mails unter anderem mit Drohungen an Gerichte und andere Einrichtungen zu sein, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag in Berlin mit.

Kriminalpolizisten aus Berlin und Schleswig-Holstein durchsuchten am Donnerstag die Wohnung des Verdächtigen in Schleswig-Holstein und stellten Beweise sicher.

Nach Informationen von NDR und „Hamburger Abendblatt“ soll die Wohnung im kleinen Ort Halstenbek (Kreis Pinneberg) liegen – wenige Kilometer nordwestlich von Hamburg. Die Polizei nahm demnach unter anderem Computer und Handys mit. Das bestätigten die Ermittler in Berlin und Kiel nicht. Es gab im Zusammenhang mit den Drohschreiben polizeiliche Maßnahmen in Halstenbek“, sagte Bürgermeister Claudius von Rüden der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Lesen Sie auch: Bombendrohungen in Landgerichten: Absender ist als „Vielschreiber“ bekannt

Der Mann wurde nicht festgenommen. Es gehe um einen „Anfangsverdacht“ in einem sehr großen Ermittlungskomplex mit mehr als 200 Mails, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Weder das Alter noch die Staatsangehörigkeit des Verdächtigen wurden mitgeteilt. Es gehe um die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten.

Nach Informationen des NDR soll der Mann Anfang 30 sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Er soll der Polizei oder dem Verfassungsschutz bereits einschlägig bekannt sein. Laut dem ARD- Hauptstadtstudio soll es eine Kette von Indizien gewesen sein, die die Polizei zu ihm führte. Der Verdächtige soll psychisch labil sein.

Die Mails, die seit April 2018 verschickt wurden, seien unter anderem mit „Nationalsozialistische Offensive“ unterzeichnet gewesen, so die Staatsanwaltschaft. Sie gingen demnach an Behörden in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt federführend. Beteiligt war auch das Bundeskriminalamt.

Mehrfach Gebäude geräumt – keine Sprengkörper gefunden

Ob die komplette Serie aller Drohungen aus den Jahren 2018 und 2019, die bei Finanzämtern, Rathäusern, Anwaltskanzleien, Verlagen und einzelnen Politikern in ganz Deutschland eingingen, auch auf das Konto des aktuellen Verdächtigen gehen könnte, soll jetzt mit Hilfe der beschlagnahmten Beweise untersucht werden. Daraus ergebe sich, „ob sich der Tatverdacht gegen den Beschuldigten erhärten lässt“.

Unterzeichnet wurden weitere Mails zum Teil auch mit „NSU 2.0“, „Wehrmacht“ oder „RAF“. Betroffen waren öffentliche Einrichtungen in Bundesländern wie Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und im Saarland.

Gedroht wurde mit Bomben oder – wie im Fall der Bundestagsabgeordneten Martina Renner (Linke) – damit, „Bürger auf offener Straße zu exekutieren“. Mehrfach räumte die Polizei Gebäude wie einen Hauptbahnhof, Rathäuser, ein Finanzamt und auch einen Kindergarten. Sprengkörper wurden aber nicht gefunden.

Lesen Sie auch: Serie von rechtsextremen Drohmails – auch an Helene Fischer

Von RND/dpa/ngo

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