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Politik Bundesweite Razzia gegen islamistisches Netzwerk – 90 Objekte durchsucht
Mehr Welt Politik Bundesweite Razzia gegen islamistisches Netzwerk – 90 Objekte durchsucht
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10:49 10.04.2019
Polizeibeamte und Polizeifahrzeuge sperren im niedersächsischen Hildesheim (Symbolbild). Quelle: Holger Hollemann/dpa
Düsseldorf/Berlin

Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen Einrichtungen eines bundesweiten islamistischen Netzwerks in neun Bundesländern durchsucht.

Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, umfassten die Razzien etwa 90 Objekte in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein.

An der Spitze dieses Netzwerks stehen demnach die Vereine World-Wide-Resistance-Help und Ansaar International. WWR-Help hat seinen Hauptsitz im nordrhein-westfälischen Neuss, Ansaar International in Düsseldorf.

Hamas als Terrororganisation eingestuft

Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass die Organisationen dem extremistischen Milieu zuzurechnen sind.

Es bestehen den Angaben zufolge Anhaltspunkte, dass die radikalislamische Hamas finanziell und propagandistisch unterstützt wird.

Die USA, Israel und die EU haben die Hamas, die im Gazastreifen herrscht, als Terrororganisation eingestuft. WWR-Help ruft auf seiner Internetseite zu Spenden für Bedürftige im Gazastreifen auf. Ansaar International hatte in der Vergangenheit auch für Hilfsaktionen unter anderem in Somalia, Syrien und Burma Spenden gesammelt.

Überschneidungen mit verbotenem Verein „Die Wahre Religion/Lies!“

Im Bericht des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes für 2017 ist von intensiven Kontakten zwischen beiden Vereinen die Rede. Bei Ansaar wurden dem Bericht zufolge zudem „intensive Kooperationen mit anderen Personen der extremistisch-salafistischen Szene“ beobachtet.

Der Verfassungsschutz schrieb, auffällig sei, „dass es beim Personenkreis mittlerweile einige Überschneidungen zwischen diesem Verein und dem mittlerweile verbotenen Verein Die Wahre Religion/Lies! gibt“. Dies deute darauf hin, dass AnsaarInternational in der extremistischen Szene ein Vakuum fülle, das durch das Verbot des Lies!-Vereins entstanden sei. Dieser hatte mit Koran-Verteilaktionen Aufmerksamkeit erregt.

„Wer unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Hamas unterstützt, missachtet fundamentale Wertentscheidungen unserer Verfassung“, teilte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit.

Von RND/dpa/ngo