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Politik Bundeswehr kann weiter auf US-Verbündete zählen
Mehr Welt Politik Bundeswehr kann weiter auf US-Verbündete zählen
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12:24 06.10.2011
Foto: Trotz massivem Rückzug der Truppen bleiben die Schlüsselpositionen in Afghanistan von US-Truppen besetzt.
Trotz massivem Rückzug der Truppen bleiben die Schlüsselpositionen in Afghanistan von US-Truppen besetzt. Quelle: dpa
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Brüssel

Die Bundeswehr kann in Nordafghanistan weiterhin auf die US-Verbündeten zählen. Trotz drastischer Truppenreduzierung würden die Amerikaner zunächst keine „Schlüsselfähigkeiten“ aus dem deutschen Zuständigkeitsgebiet abziehen, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) am Rande eines Nato-Treffens in Brüssel. US-Spezialkräfte, Hubschrauber zur Bergung von Verletzten und Roboter zur Entschärfung von Sprengsätzen stünden weiterhin zur Verfügung.

Die USA hatten im Sommer angekündigt, ihre rund 100.000 Soldaten starke Afghanistan-Truppe bis Herbst 2012 um ein Drittel zu verkleinern. Noch vor Ende des Jahres sollen landesweit 10 000 Soldaten abgezogen werden. Von den im Norden stationierten mehr als 5000 US-Soldaten sollen dem Vernehmen nach 900 nach Hause zurückkehren.

An diesem Freitag jährt sich der Beginn des Afghanistan-Einsatzes zum zehnten Mal. Am zweiten Tag der Nato-Konferenz kamen am Donnerstag die 49 Truppensteller der internationalen Schutztruppe Isaf in Brüssel zusammen. Anschließend wollten die 17 im Norden engagierten Nationen auf Einladung de Maizières über das weitere Vorgehen beraten.

Die ersten Bundeswehrsoldaten sollen um den Jahreswechsel nach Hause zurückkehren. Wie stark das deutsche Kontingent in einem ersten Schritt verkleinert wird, soll im Dezember oder Januar vom Bundestag entschieden werden. De Maizière mahnte zu „strategischer Geduld“. „Von einem Baum runterzuklettern ist komplizierter als schnell hinaufzugehen.“ In Afghanistan sind derzeit rund 5000 Bundeswehrsoldaten stationiert.

Der Minister räumte ein, dass die internationale Gemeinschaft den Afghanistan-Einsatz mit zu hohen Erwartungen begonnen habe. Das Ziel des Aufbaus einer Demokratie nach westlichem Vorbild sei unrealistisch gewesen. Stattdessen gehe es nun vor allem darum sicherzustellen, dass nie wieder Terror von Afghanistan in die Welt exportiert werde. Zudem müsse gewährleistet werden, dass die Afghanen aus eigener Kraft „ein hinreichendes Maß an Stabilität und Sicherheit“ gewährleisten können.

Die „Schlüsselfähigkeiten“ der Amerikaner sollen der Bundeswehr im Norden bis ins Jahr 2012 hinein erhalten bleiben. Die Amerikaner haben rund 50 Hubschrauber dort stationiert, darunter mehrere Sanitäts-Helikopter. Dem stehen nur sechs deutsche Transporthubschrauber gegenüber. Modernes Gerät zum Räumen von Minen schafft die Bundeswehr gerade erst an. Voll einsatzfähig wird es voraussichtlich erst im nächsten Jahr sein.

dpa

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