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Politik Bundeswehr kämpft jetzt mit Panzern gegen die Taliban
Mehr Welt Politik Bundeswehr kämpft jetzt mit Panzern gegen die Taliban
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22:20 22.07.2009
Von Reinhard Urschel
Die Bundeswehr kämpft jetzt mit Panzern gegen die Taliban. Quelle: Michael Kappeler/ddp
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Das sagte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) am Mittwoch in Berlin. Aufständische hätten die Bundeswehr mehr und mehr durch Hinterhalte bedroht und in Gefechte verwickelt. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, sagte über die Ausweitung der Kämpfe, es sei „jetzt an der Zeit, diese Eskalation vorzunehmen“.

Der oberste Soldat der Bundeswehr erklärte, Ziel sei, die Situation dort vor der Präsidentschaftswahl im August wieder zu beruhigen. Jung betonte, die Operationen fänden unter der Führung der afghanischen Streitkräfte statt. „Drei Bataillone der afghanischen Armee, das hatten wir in der Größenordnung noch nie“, sagte Schneiderhan.

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Ein Sprecher des afghanischen Verteidigungsministeriums sagte am Mittwoch, bei der Operation in der Provinz Kundus seien bisher 13 Aufständische und vier afghanische Soldaten getötet worden. Neben den 300 deutschen Soldaten sind 800 afghanische Militärs und 100 afghanische Polizisten im Einsatz. Schneiderhan sagte, dies sei „wahrscheinlich der größte“ Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan.

Der SPD-Verteidigungspolitiker Rainer Arnold rechnet angesichts der Beteiligung der Bundeswehr an der Militäroffensive mit einer Zunahme der Gewalt. Allerdings sei die Beteiligung deutscher Soldaten an dem Einsatz alternativlos. Linksfraktionschef Oskar Lafontaine forderte dagegen den sofortigen Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan. Sie verstricke sich in einen Krieg, der nicht zu gewinnen sei. Der Grünen-Wehrexperte Winfried Nachtwei warnte vor einer Spirale der Gewalt.

Die Welthungerhilfe teilte gestern mit, einer ihrer afghanischen Mitarbeiter sei in Takhar, der Nachbarprovinz von Kundus, durch eine Mine ums Leben gekommen sei. Der Agronom sei mit seinem Auto in eine Sprengfalle geraten.

Kooperation im Süden: Deutschland und die Niederlande wollen beim Wiederaufbau im Süden Afghanistans zusammenarbeiten. Die beiden EU-Länder unterzeichneten am Mittwoch in Berlin eine Vereinbarung, wonach sie für Projekte in den Provinzen Urusgan und Kandahar in den kommenden beiden Jahren insgesamt 23,3 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das Geld, das größtenteils aus der niederländischen Staatskasse kommt, soll in den Ausbau eines zivilen Flughafens und in den Bau von Berufsschulen fließen.