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20:38 08.06.2009
Von Klaus von der Brelie
Ein Soldat der Bundeswehr patrouilliert rund 20 Kilometer nördlich der afghanischen Hauptstadt Kabul. Quelle: Michael Kappeler/ddp

Er verwies damit auf ein Gefecht im Raum Kundus, bei dem nach afghanischen Angaben am vergangenen Donnerstag mindestens zehn Talibankämpfer von deutschen Soldaten erschossen wurden.

Am Sonntag gab es in derselben Region einen weiteren Angriff auf eine deutsche Patrouille. Dabei wurden zwei Bundeswehrangehörige aus Schwarzenborn in Hessen verwundet. Ein 21-jähriger Soldat erlitt schwere Schussverletzungen, ein 24-jähriger einen Streifschuss. Beide Männer wurden sofort aus Afghanistan ausgeflogen und ins Bundeswehrkrankenhaus nach Koblenz gebracht. Gestern Abend hieß es, ihr Zustand sei stabil, es bestehe keine Lebensgefahr.

Die Patrouille war 15 Kilometer südlich von Kundus mit einer Sprengfalle angegriffen worden. Dabei wurde ein Radpanzer vom Typ „Dingo“ stark beschädigt. Die deutschen Soldaten forderten Verstärkung an, weil sie mit Panzerfäusten und Gewehren beschossen wurden. Es entwickelte sich ein Feuergefecht, in dessen Verlauf mindestens einer der Angreifer getötet wurde.

Die Zwischenfälle am vergangenen Donnerstag und Sonntag sind aus Sicht des Verteidigungsministeriums der Beweis, dass es im Norden Afghanistans eine „verschärfte Sicherheitslage“ gibt. Von 34 Angriffen, die seit Jahresbeginn in Afghanistan auf die Bundeswehr verübt wurden, hätten sich allein 30 im Raum Kundus ereignet, sagte Raabe.

Auch Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur derBundeswehr, spricht von einer „neuen Qualität der Angriffe“. Nach einem Besuch in Kundus in der vergangenen Woche erklärte der General, er beobachte die Entwicklung mit „einer gewissen Sorge“. Dort sei „Potenzial für weitere schwierige Auseinandersetzungen angelegt“. Aber er sei überzeugt davon, dass sich die deutschen Soldaten „gegen jegliche Angriffe der Aufständischen entschieden zur Wehr setzen werden“.

Die Bundeswehr stellt sich inzwischen darauf ein, dass die Taliban im Vorfeld der afghanischen Präsidentenwahl am 20. August weitere Anschläge verüben werden. Deshalb hat sie einen Teil der Schnellen Eingreiftruppe und Spezialkräfte nach Kundus verlegt.

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