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20:23 18.11.2014
Zombies schützen Klima – zumindest in einer Image-Kampagne des Umweltministeriums.
Zombies schützen Klima – zumindest in einer Image-Kampagne des Umweltministeriums. Quelle: YouTube (Screenshot)
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Berlin

Eigentlich sollten die beiden Polizistinnen nur ein Gewaltverbrechen verhindern. Anwohner hatten im Oktober heftige Schreie in ihrer Ramelsloher Nachbarschaft gehört und die Polizei verständigt. Doch als die Beamtinnen am vermeintlichen Tatort antrafen, konnten sie weder Täter noch Opfer finden. Stattdessen platzen sie mitten in eine Filmproduktion. Das Bundesumweltministerium drehte im Landkreis Harburg für eine Kampagne zur CO2-Reduktion einen Zombie-Film, in dem die Schauspieler Untote mimten – und ihre Opfer zum Schreien brachten.

Nun ist der Zombie-Clip mit zwei weiteren schrillen Filmen im Internet zu sehen. Die Reaktionen darauf fallen gemischt aus. Vor allem ein Video, in dem eine Jugendliche ihre Eltern beim Sex im Wohnzimmer überrascht (hier ist der Slogan „Licht aus – Manche Dinge will man nicht sehen"), erhält große Aufmerksamkeit in sozialen Netzwerken. „Die Resonanz ist außerordentlich, wir sind sehr zufrieden", sagte Ministeriumssprecher Michael Schroeren, am Dienstag auf Anfrage.

Alleine auf der Website des Ministeriums seien die Videos, die später auch als Kinowerbung zu sehen sein sollen, schon mehr als 60.000 Mal angeschaut worden. Die Kommentare zu den Videos bei Facebook und im Kurznachrichtendienst Twitter reichen von „göttlich" bis „autsch". Ein Twitter-Nutzer schrieb: „Mutig Frau (Bundesumweltministerin Barbara) Hendricks". Einige Nutzer klagten über „Sexismus". Andere hielten die Filme für eine gute gemachte Satire und konnten nicht glauben, dass dahinter wirklich ein Ministerium steckt. Durch die Kampagne könnte der Bekanntheitsgrad der Ministerin steigen, die fast 80 Prozent der Deutschen bisher nicht kennen.

dpa/iro

18.11.2014
18.11.2014