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Politik Bundespräsident Christian Wulff will mehr Zusammenhalt
Mehr Welt Politik Bundespräsident Christian Wulff will mehr Zusammenhalt
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22:56 23.12.2010
Von Reinhard Urschel
Der Bundespräsident hat die Deutschen zu ehrenamtlichem Engagement aufgerufen. Quelle: dpa
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„Die Gesellschaft lebt von denen, die nicht dreimal überlegen, ob sie sich einsetzen und Verantwortung übernehmen“, sagt Wulff in der Ansprache, die am Sonnabendabend ausgestrahlt wird. „Wer sich so engagiert, bekommt viel zurück.“

Die traditionelle Fernsehansprache zu Weihnachten, im Jahr 1970 von Präsident Gustav Heinemann begründet, soll nach Angaben aus dem Bundespräsidialamt einen Grundgedanken der wulffschen Präsidentschaft vermitteln: den Zusammenhalt der Gesellschaft und die Mitwirkung des Einzelnen dabei.

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Um diesen Gedanken zu veranschaulichen, hat Wulff als erster Bundespräsident zur Aufzeichnung der Ansprache rund 200 Gäste ins Berliner Schloss Bellevue eingeladen. Es handelt sich überwiegend um Bürger, die in ihren Berufen oder in ihrer Freizeit den Menschen dienen: Pfadfinder, Sanitäter, Helfer des Technischen Hilfswerks, Soldaten, Polizisten und Ordensschwestern. Der Präsident sitzt nicht am Schreibtisch wie in den 40 Jahren zuvor, sondern spricht stehend zu seinen Gästen. Ihm zu Füßen sitzt eine Gruppe von Schülern.

Wulff ruft zugleich zu gegenseitigem Respekt auf. „Unsere Gesellschaft ist frei und bunt: Wir leben in verschiedenen Lebenswelten, wir sind unterschiedlich, was unsere Herkunft angeht, unsere Religion, unsere Bildung und unsere Träume vom Glück“, sagt er.

Damit diese Gesellschaft mit ihrer Vielfalt Bestand habe, werde vor allem Respekt gebraucht. „Respekt vor dem, der anders ist als man selbst. Und Anerkennung auch seiner Leistungen. Respekt schon vor den Kindern und ihren Bedürfnissen. Anerkennung dessen, was ihre Mütter und Väter leisten. Respekt und Anerkennung vor der Lebensleistung der Älteren“, zählt er auf. „Jeder muss spüren: Ich gehöre dazu, ich werde gebraucht.“

Am Weihnachtsbaum im Schloss Bellevue hängen Sterne, auf die Kinder ihre Wünsche geschrieben hätten, sagt Wulff in seiner Rede. „Wissen Sie, was die meisten Kinder von ihren Eltern gern hätten? Mehr Zeit. Das wünschen sich meine Kinder übrigens auch.“ Als seinen persönlichen Weihnachtswunsch bezeichnet Wulff „eine Gesellschaft als eine tragende Gemeinschaft, eine Familie und Freunde, die uns Heimat und Zuhause bedeuten“. Wulffs Frau Bettina und die Kinder Leander und Linus sind bei der Aufzeichnung dabei.

Ausgestrahlt wird die Rede am Sonnabend um 19.08 Uhr im ZDF und um 20.10 Uhr in der ARD.