Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Bürgerliche Geschlossenheit für Köhler
Mehr Welt Politik Bürgerliche Geschlossenheit für Köhler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:54 22.05.2009
Bundespräsident Horst Köhler (Mitte) Quelle: Wolfgang Kumm/ddp
Anzeige

Die Spitzen der bürgerlichen Parteien setzen zudem darauf, dass Köhler am Sonnabend bereits im ersten Wahlgang gewählt wird, wie bei Treffen der Wahlmänner und -frauen am Freitagabend in Berlin deutlich wurde.

Eine Probeabstimmung der FDP-Wahlmänner und -frauen habe ein „einstimmiges Ergebnis“ erbracht, sagte FDP-Chef Guido Westerwelle. Er rechnet damit, dass Köhler bereits im ersten Wahlgang gewählt wird.

Anzeige

Bei der Union gab es keine Probeabstimmung. Das Treffen der Wahlmänner und -frauen ergab aber Vollzähligkeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach Angaben von Teilnehmern der Sitzung, sie würde sich „sehr freuen“, wenn es im ersten Wahlgang schon für Köhler reichen würde. Dies habe der Bundespräsident für seine „hervorragenden Leistungen“ verdient.

CSU-Chef Horst Seehofer machte deutlich, dass auch die Reihen der CSU geschlossen seien. Vonseiten der Teilnehmer der Sitzung gab es dem Vernehmen nach keine Nachfragen. Die Rede war von einer harmonischen Sitzung. Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) betonte, es gebe durchaus die Chance, dass Köhler im ersten Wahlgang gewählt werde. Es sei wichtig, dass ein Bundespräsident gewählt werde, den die Menschen mögen. Seehofer ist ebenfalls „sehr, sehr zuversichtlich“ hinsichtlich der Wiederwahl Köhlers. Köhler habe beim Staatsakt zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik eine großartige Rede gehalten. Der frühere CSU-Chef Edmund Stoiber wollte in der Bundespräsidentenwahl am Samstag kein Signal für die Bundestagswahl am 27. September sehen.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) sagte in Berlin, die SPD habe sich in eine „schwere Lage manövriert“. Durch die Aufstellung einer eigenen Kandidatin mache sich die SPD abhängig von der Linkspartei. Wulff zeigte sich „ganz sicher“, dass Köhler wiedergewählt werde.

Köhler tritt am Samstag wie 2004 gegen die SPD-Kandidatin Gesine Schwan an. Die Linke hat den Schauspieler Peter Sodann aufgestellt. Für die Wahl schon im ersten Wahlgang wäre die absolute Mehrheit von 613 der 1224 Delegierten der Bundesversammlung notwendig. Union und FDP kommen zusammen auf 604 Stimmen, zusammen mit den 10 Stimmen der Freien Wähler, die für Köhler votieren wollen, könnte es zu seiner Wiederwahl reichen.

Der Vorsitzende der Freien Wähler in Bayern, Hubert Aiwanger, versicherte: „Wir werden für Horst Köhler stimmen. Er vertritt die Werte, die für uns als Partei der Mitte wichtig sind.“

Linksparteichef Lothar Bisky schloss nicht aus, dass Delegierte seiner Partei für Köhler stimmen, wenn der eigene Kandidat Sodann ausgeschieden sei. Bisky lobte zugleich die Amtsführung von Köhler. Der Bundespräsident sei „zu neuen Ufern aufgebrochen“, weil er sich im Unterschied zu seinen Amtsvorgängern für die Lage in Ostdeutschland „wirklich interessiert“.

ddp