Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Buback-Geheimakten: Druck auf Schäuble wächst
Mehr Welt Politik Buback-Geheimakten: Druck auf Schäuble wächst
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:33 03.09.2009
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Quelle: ddp
Anzeige

Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe), Öffentlichkeit und Angehörige des 1977 ermordeten Generalbundesanwalts hätten Anspruch darauf, dass die Akten des Verfassungsschutzes vollständig auf den Tisch kommen. Er sehe keinen triftigen Grund, die Erkenntnisse des Geheimdienstes Jahrzehnte nach der Tat weiter unter Verschluss zu halten.

Ähnlich äußerte sich Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) in der Zeitung. Rechtsstaat und Hinterbliebene hätten ein überragendes Interesse daran, dass alle verfügbaren Erkenntnisse über die bisher nicht aufgeklärten Mordfälle ausgeschöpft würden. „Ich frage mich, welches staatliche Interesse schwerer wiegen kann als die Aufklärung dieses Dreifachmordes.“

Anzeige

Bosbach fordert auch Aufklärung über mögliche Geldzahlungen des Verfassungsschutzes an die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker. Die Meldung lassen aufhorchen, im Zusammenhang mit ihrer möglichen Beteiligung an der Ermordung Bubacks. „Wann und wofür das Geld gezahlt worden ist - das muss alles aufgeklärt werden.“ Becker soll 100 000 Mark bekommen haben.

Der Sohn des ermordeten Generalbundesanwaltes, Michael Buback, sieht große Fehler, Mängel und Versäumnisse bei der bislang erfolglosen Aufklärung des Attentates. „In meinen Augen liegt es nahe, an eine schützende Hand über Verena Becker zu glauben“, sagte der 64-Jährige der in Bielefeld erscheinenden Zeitung „Neue Westfälische“ (Donnerstagausgabe). Die Ermittlungspannen der vergangenen Jahre seien für ihn unerklärbar.

ddp

Mehr zum Thema

Die Bundesanwaltschaft hat am Mittwoch beim Bundesinnenministerium erneut die Freigabe der bislang gesperrten Verfassungsschutz-Akten zum Buback-Attentat beantragt. Das sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

02.09.2009

Für Kontakte der früheren RAF-Terroristin Verena Becker zum Verfassungsschutz Jahre vor der Ermordung von Generalbundesanwalt Siegfried Buback im Jahr 1977 gibt es einem Zeitungsbericht zufolge in den Stasi-Akten keine handfesten Belege.

02.09.2009

Im Fall Verena Becker sorgen die angeblichen Kontakte der früheren RAF-Terroristin zum Verfassungsschutz immer mehr für politischen Zündstoff. Becker, die am Donnerstag wegen Verdachts der Beteiligung am Buback-Attentat von 1977 verhaftet worden war, soll schon fünf Jahre vor der Tat Kontakt zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehabt haben.

31.08.2009