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Politik Britisches Parlament erinnert an getöteten Abgeordneten Amess – Hassbotschaften nehmen zu
Mehr Welt Politik Britisches Parlament erinnert an getöteten Abgeordneten Amess – Hassbotschaften nehmen zu
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14:23 18.10.2021
Das britische Parlament gedenkt am Montag des bei einem Messerangriff getöteten Abgeordneten David Amess.
Das britische Parlament gedenkt am Montag des bei einem Messerangriff getöteten Abgeordneten David Amess. Quelle: Getty Images
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London

Das britische Parlament gedenkt am Montag des bei einem Messerangriff getöteten Abgeordneten David Amess. Premierminister Boris Johnson sollte die Sondersitzung in London leiten, die meisten anderen Punkte auf der Tagesordnung wurden gestrichen. Amess wurde am Freitag während einer Bürgersprechstunde in seinem Wahlkreis angegriffen und tödlich verletzt. Ein 25-jähriger Brite mit somalischen Wurzeln gilt als tatverdächtig und wurde festgenommen.

Die Abgeordneten kehrten nach einer dreiwöchigen Pause in das Unterhaus zurück. Nach der Feierstunde im Parlament war ein Gottesdienst in der benachbarten Kirche St. Margaret's geplant. Der Tod des beliebten Abgeordneten, der fast 40 Jahre die Konservativen im Parlament vertrat, hat das Land und besonders die politische Klasse schockiert. Das Innenministerium kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen für Abgeordnete zu überprüfen.

Der Verdächtige wird unter dem Anti-Terror-Gesetz festgehalten. Die Polizei teilte mit, er habe offenbar allein gehandelt. Die Tat könnte in Verbindung zum islamischen Extremismus stehen.

Hassbotschaften nehmen zu

Britische Politiker erklärten, in den vergangenen Jahren hätten die gegen sie gerichteten Hassbotschaften enorm zugenommen, sowohl im Internet als auch bei persönlichen Begegnungen. Die Polizei in Wales teilte am Montag mit, sie habe einen 76-Jährigen festgenommen, der dem Labour-Abgeordneten Chris Bryant eine Morddrohung geschickt haben soll. Bryant erklärte, der Ton in der Politik sei derzeit so rau, wie er es in 20 Jahren nicht erlebt habe.

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Nick Thomas-Symonds von der oppositionellen Labour-Partei, erklärte, er und viele andere Politiker erhielten „Einschüchterungen auf der Straße, Todesdrohungen, schreckliche Briefe und E-Mails“. „Ich kenne kein Mitglied des Parlaments, das nicht auf diese Weise gelitten hat“, sagte er dem Sender BBC. „Es ist klar, dass sich jetzt etwas ändern muss.“

Die Familie von Amess teilte mit, dass sie nur schwer begreifen könne, was passiert sei. „Wir bitten die Menschen, ihre Differenzen beiseite zu lassen und allen Freundlichkeit und Liebe entgegenzubringen“, erklärten die Frau des Politikers und seine fünf Kinder. „Dies ist der einzige Weg nach vorne. Lasst den Hass beiseite und arbeitet auf ein Miteinander hin.“

RND/AP

Der Artikel "Britisches Parlament erinnert an getöteten Abgeordneten Amess – Hassbotschaften nehmen zu" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.