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Politik Bremen wird Elite-Uni, Göttingen verliert Status
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17:16 15.06.2012
Die Georg-August-Universität Göttingen verliert ihren Status. Quelle: dpa (Archivfoto)
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Berlin/Bonn

Die Bremer Universität gehört jetzt zur Elite unter den deutschen Hochschulen. Am Freitag setzte sie sich in der Endrunde der neuen Exzellenzinitiative von Bund und Ländern mit ihrer Bewerbung durch. Die traditionsreiche Uni Göttingen, die sich bisher mit den begehrten Titel schmücken durfte, ging diesmal leer aus. Dafür konnte sie wie die Unis Oldenburg und Hannover sowie die Medizinische Hochschule Hannover mit einzelnen Projekten im Rennen um die Fördermillionen punkten.

„Ich empfinde diesen Erfolg als Sensation und als Höhepunkt unserer mehr als 40-jährigen Universitätsgeschichte“, teilte Bremens Rektor Wilfried Müller mit. In den nächsten fünf Jahren erhält die Uni für ihre exzellenten Leistungen 50 Millionen Euro von Bund und Ländern. Insgesamt 48 Millionen Euro gehen außerdem an ein fachübergreifendes Projekt zur Meeresforschung und eine sozialwissenschaftliche Graduiertenschule.

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Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) gratulierte der Uni zu dem Erfolg. „Die eingeworbenen Mittel werden eine große Hilfe sein, Bremens führende Rolle als Wissenschaftszentrum Nordwestdeutschlands weiter auszubauen.“ Wissenschaftssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) sieht einen Durchbruch auf dem Weg zu einer international wahrgenommenen Forschungsuniversität. Neben Bremen erhielten zehn deutsche Hochschulen den Elitestatus, darunter auch die Aufsteiger Humboldt-Universität Berlin, Dresden, Köln und Tübingen.

Großen Jubel gab es auch an der Universität Oldenburg. Sie wird in den nächsten fünf Jahren 34 Millionen Euro für ein Exzellenzcluster zur Hörforschung bekommen, an dem auch die Medizinische Hochschule und die Universität Hannover beteiligt sind. „Mit Summen dieser Größenordnung können Forschungsergebnisse erzielt werden, die sonst kaum erreichbar wären“, teilte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) mit. Dies werde die Wettbewerbsfähigkeit des Landes deutlich stärken.

Die Göttinger Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel zeigte sich enttäuscht über das Abschneiden in der Elite-Runde. Dennoch würden die Konzepte zur Nachwuchsförderung und zur internationalen Ausrichtung der Hochschule weiter verfolgt. Die bereits in der ersten Runde geförderte neurowissenschaftliche Graduiertenschule und die Mikroskopie-Spitzenforschung konnten die Gutachter erneut überzeugen. Dafür kann die Uni mit einer Förderung von bis zu 45 Millionen Euro rechnen.

Auch ein gemeinsames Exzellenzcluster der Medizinische Hochschule und der Uni Hannover zur regenerativen Biologie kann sich weiterhin über eine Förderung von Bund und Ländern freuen. Ein Projekt der Uni zu Quantensystemen scheiterte dagegen. Die Niedersächsische Technische Hochschule - ein Verbund der Universitäten Braunschweig, Clausthal und Hannover - kam mit einer Graduiertenschule für junge Ingenieure ebenfalls nicht zum Zuge.

2,7 Milliarden Euro hatten Bund und Länder in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative zu vergeben. Das Geld fließt bis 2017 in drei Förderprogramme: Zukunftskonzepte (Elite-Unis), Graduiertenschulen für den wissenschaftlichen Nachwuchs und fachübergreifende Spitzenforschungsprojekte (Exzellenzcluster). 75 Prozent der Kosten trägt der Bund, den Rest die Länder.  

dpa