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Politik Blindes Vertrauen – im Netz keine gute Idee
Mehr Welt Politik Blindes Vertrauen – im Netz keine gute Idee
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11:00 15.02.2019
Zirkulieren Daten erst einmal im Netz, sind sie kaum wieder einzufangen. Quelle: dpa
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Dortmund

Das Unwissen in der digitalen Welt ist groß:Kaum ein Nutzer kann sicher sagen, ob seine Daten wirklich gut geschützt sind und wozu sie genutzt werden können. Wer kann sicher sein, ob sein Rechner nicht gerade gehackt wurde? Ob der Rechner nur langsam alt wird oder ob sich dort längst fremde Programme eingenistet haben, die Kapazitäten rauben – und persönliche Daten obendrein?

Letztlich benötigen Internetnutzer also – es hilft nichts – ziemlich viel Grundvertrauen. Weil es der Mehrzahl der Nutzer völlig unmöglich vorkommt, die Mechanismen des Internets und die Möglichkeiten des Datenklaus zu durchschauen, bekämpfen sie die eigene Unsicherheit mit einem gutgläubigen Zweckoptimismus: „Es wird schon gut gehen.“ Vertrauen ist ein Mechanismus der Reduktion von Komplexität, um den Gedanken des Jahrhundertsoziologen Niklas Luhmann aufzugreifen. Er gilt heute wie damals.

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Dabei ist die Sorglosigkeit nicht ohne Risiko. Hackerangriffe, wie die Anfang des Jahres auf Hunderte Politiker und Prominente haben das bewiesen: Zirkulieren Daten erst einmal im Netz, sind sie kaum wieder einzufangen.

Es bedarf also der eigenen Vorsorge. Dazu gehören etwa sichere Passwörter und Vorsicht beim Öffnen oder Herunterladen von unbekannten Dateien. Notwendig ist aber auch die Verschlüsselung beim Versand von Mails, gerade in sensiblen Bereichen. Das ist vielleicht mit etwas Aufwand verbunden, aber die Mühe wird belohnt: Verschlüsselung kann gerade private Kommunikation wirksam schützen – und gibt so Anlass zu begründetem Vertrauen in die digitale Welt.

Tobias Gostomzyk ist Medienrechtler an der TU Dortmund.

Von Tobias Gostomzyk

Der Artikel "Blindes Vertrauen – im Netz keine gute Idee" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.