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Politik Besuch auf einer Gun Show in Texas: “Die Leute rennen uns die Bude ein”
Mehr Welt Politik Besuch auf einer Gun Show in Texas: “Die Leute rennen uns die Bude ein”
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12:11 25.08.2019
„Das Problem sind Leute, die nicht mit Waffen umgehen können": Waffenhändler Alex Stern auf der Gun Show in Pasadena, Texas. Quelle: Marina Kormbaki
Pasadena

Pistolen, Flinten und Maschinengewehre liegen aufgereiht vor Alex Stern. Der Texaner mit dem hohen Strohhut hat sich einen der größeren Stände in der Messehalle von Pasadena gesichert, wo an diesem Wochenende eine „Gun Show“ stattfindet, ein Waffenmarkt. Sterns Hand streicht über einen Revolver. „Der tut nichts, der ist nicht böse“, sagt er. Amerika habe kein Problem mit Waffen. „Das Problem sind Leute, die nicht mit Waffen umgehen können.“ So sieht Stern das.

Mehrheit der Amerikaner wollen schärfere Waffengesetze

Drei Wochen sind seit den Attentaten von El Paso und Dayton mit 31 Todesopfern vergangen. Seither streiten die USA über Maßnahmen, die dem massenhaften Sterben durch Schusswaffen im Land ein Ende bereiten könnten. Zur schnell ansteigenden Zahl von Opfern nach Massenerschießungen kommen ja Tag für Tag, Woche für Woche Dutzende Opfer durch privaten Schusswaffengebrauch hinzu, die kaum öffentliche Beachtung finden.

Präsident Donald Trump hatte zunächst die Hoffnungen jener Amerikaner genährt, die ein schärferes Waffenrecht fordern – und das tun Umfragen zufolge rund 90 Prozent. Trump hatte in einer Ansprache unmittelbar nach den Attentaten strengere staatliche Kontrollen von Waffenkäufern in Aussicht gestellt. Auch brachte er die Einführung eines gerichtlichen Einzugs von Waffen ins Gespräch, wenn deren Besitzer als gefährlich eingestuft werden. Eine abschließende Meinung aber scheint sich der Präsident noch nicht gebildet zu haben.

Gespräche Trumps mit der Waffenlobby

Denn bald darauf teilte Trump mit, dass Waffenkäufer bereits hinreichend überprüft würden. Statt am Waffenrecht anzusetzen, solle man sich lieber mal genauer mit dem „sehr, sehr großen Problem“ psychischer Erkrankungen befassen. Wie die „New York Times“ berichtete, hatte Trump vor seinem Sinneswandel ein halbstündiges Telefonat mit dem obersten Waffenlobbyisten des Landes geführt, mit NRA-Geschäftsführer Wayne LaPierre. Dessen Argumente verfingen offenbar.

Bevor er ihnen in der Messehalle von Pasadena die Ware aushändigt, bittet Waffenverkäufer Stern seine Kunden um Vorlage ihres Führerscheins. Mehr Auflagen gibt es nicht zu beachten, um in Texas in den – offiziellen - Besitz einer Waffe zu kommen. Zwischen den Ständen schleichen auch inoffizielle Verkäufer umher, Gewehre geschultert. Sie fragen nicht nach dem Führerschein. Bargeld ist ihre einzige Bedingung. Einer will 250 Dollar für eine halbautomatische Flinte. Warum so günstig? „Überangebot“, sagt er.

Kein Handlungsdruck

Vor wenigen Tagen vollzog Präsident Trump abermals eine Volte und sprach sich für strengere Sicherheitsüberprüfungen aus. Zugleich bekundete er aber auch seinen „festen Glauben“ an den 2. Zusatzartikel zur Verfassung der USA, wonach die Regierung ihren Bürgern das Recht auf Waffenbesitz nicht einschränken darf.

Die Demokraten treten zwar geeint für schärfere Kontrollen beim Waffenkauf ein. Doch ohne die Mehrheit der Republikaner im Senat wird es nicht dazu kommen. Und solange Trump mehrdeutige Signale aussendet, besteht für die Republikaner kein Handlungsdruck.

Während die politische Elite der USA in Untätigkeit verharrt, ziehen die Bürger ihre Konsequenzen. Auf der Waffenbörse in Pasadena liegen Listen aus, in die sich Waffenbesitzer eintragen können, die ihre Waffe gern in der Öffentlichkeit tragen möchten. In Texas – wo vier der zehn opferreichsten Massenerschießungen der letzten Jahrzehnte stattfanden - darf man mit Pistolen und Gewehren spazieren gehen. Man muss dafür bloß einen sechsstündigen Kurs absolvieren; zwei Stunden Praxis, vier Stunden Theorie.

"Die Leute rennen uns die Bude ein"

„Nach Verbrechen wie zuletzt in El Paso rennen die Leute uns die Bude ein“, sagt ein Mann, der solche Kurse in seiner Freizeit anbietet. Seinen Namen soll man nicht schreiben; sein Arbeitgeber, ein international tätiger Konzern, fände das nicht gut. „Mit jedem Attentat wächst das Bedürfnis nach Waffen – die Menschen wollen sich schützen“, erklärt der Schießtrainer. Er selbst säße heute nicht hier, wenn er nicht im richtigen Moment die Waffe gezückt hätte, sagt er. „Ein Überfall. Ich musste nicht schießen, schon beim Anblick der Waffe haute der Angreifer ab.“ Der habe zum Glück keine Waffe bei sich gehabt.

Von Marina Kormbaki/RND

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