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19:31 08.08.2009
Besatzung der "Hansa Stavanger" geht an Land.
Besatzung der "Hansa Stavanger" geht an Land. Quelle: afp
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Der Mannschaft gehe es gut, sagte am Samstag der Kapitän der deutschen Fregatte „Brandenburg“, die das Schiff in den Hafen von Mombasa begleitet hatte. Die „Hansa Stavanger“ sollte von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA) untersucht werden.

Die 24-köpfige Mannschaft freue sich nun darauf, zu ihren Familien zurückzukehren, sagte „Brandenburg“-Kapitän Torsten Ites. Die „Hansa Stavanger“ war am Freitagabend im Hafen von Mombasa eingetroffen und erhielt am Samstagnachmittag die Erlaubnis zum Anlegen. Eine andere Besatzung soll nun das Schiff zurück nach Hamburg bringen.

Sieben BKA-Mitarbeiter waren am Samstag vor Ort, um an Bord des Schiffes Tatort- und Spurensicherungsarbeiten durchzuführen, wie eine BKA-Sprecherin mitteilte. Mitarbeiter der Hamburger Reederei Leonhardt und Blumberg wollten dafür sorgen, dass sich die Crew-Mitglieder in einem Hotel von den Strapazen erholen oder direkt in ihre Heimatländer weiterreisen können.

Der 21.000-Tonnen-Frachter war am 4. April im Indischen Ozean von somalischen Piraten gekapert worden. Nach vier Monate langen Verhandlungen zwischen Reederei und Seeräubern kam das Schiff am vergangenen Montag nach einer Zahlung von offenbar knapp zwei Millionen Euro Lösegeld frei. Zu der 24-köpfigen Crew gehören fünf Deutsche sowie Seeleute von der südpazifischen Inselgruppe Tuvalu, aus Russland, der Ukraine und von den Philippinen.

Nach Erhalt des Lösegeld sei ein Anruf von der „Hansa Stavanger“ eingegangen, in dem die Bundeswehrsoldaten an Bord an der „Brandenburg“ über die Flucht der Piraten informiert worden seien, sagte Ites. Obwohl eine Einheit der „Brandenburg“ bereits zwölf Minuten später den Frachter erreicht habe, seien die Seeräuber nicht mehr zu fassen gewesen. Demnach nahmen die Piraten den Besatzungsmitgliedern alle persönlichen Gegenstände bis hin zu den Zahnbürsten ab. Die „Brandenburg“ ist an der europäischen Anti-Piraterie-Mission „Atalanta“ beteiligt und ist laut Ites nun wieder damit beauftragt ,Schiffe des Welternährungsprogramms nach Somalia zu schützen.

Laut „Focus“ ist die „Hansa Stavanger“ bei ihrer Kaperung nicht auf dem empfohlenen Kurs unterwegs gewesen. Der Kapitän sei bereits im Februar vom Hauptquartier der EU-Mission „Atalanta“ davor gewarnt worden, zu nah an die Küste Somalias zu fahren. Wie alle gefährdeten Handelsschiffe hätte sich die „Hansa Stavanger“ demnach östlich des 60. Längengrades halten und erst südlich der Seychellen im rechten Winkel die afrikanische Küste ansteuern sollen. Diese Empfehlung galt laut „Focus“ auch für die Fahrt am 4. April, als das Schiff gekapert wurde.

Die Übergabe des Lösegeldes an die Piraten kam dem Bericht zufolge später zustande als geplant. Bereits am 30. April habe das Geld über dem Frachter am somalischen Küstenort Haradhere abgeworfen werden sollen. Das Kleinflugzeug sei jedoch noch in der Luft zurückbeordert worden. Nach „Focus“-Informationen hatten die Seeräuber so starken Gebrauch von der Rauschdroge Khat gemacht, dass sie sich zur Annahme des Geldes nicht in der Lage sahen.

afp