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Politik BKA befürchtet Angriffe mit Sprengstoff-Drohnen
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22:19 23.12.2012
Quelle: dpa
Wiesbaden

Ein Anhänger des Terrornetzwerkes Al Qaida hatte damals geplant, mit Sprengstoff bestückte Modellflugzeuge in das Verteidigungsministerium sowie in die Kuppel des Kapitols zu steuern. Bei der Planung seiner Attentate war er aber an verdeckte Ermittler des FBI geraten.

„Ähnliche Szenarien müssen auch in Deutschland als mögliche Tatoption in Betracht gezogen werden“, schreiben die BKA-Experten. Als denkbare Variante wird das Einschlagen einer Sprengstoff-Drohne „in ein Verkehrsflugzeug oder einen Flughafen“ beschrieben. Noch „erfolgversprechender“ aus Sicht der Täter wäre ein Angriff „auf Ziele in bewohnten Gebieten, auf Menschenansammlungen und Gebäude“. Entsprechende Möglichkeiten würden „im islamischen Spektrum bereits thematisiert“.

Nach dem nur knapp gescheiterten Bombenanschlag islamistischer Terroristen in Bonn will die Deutsche Bahn die Sicherheit verbessern und eng mit der Bundespolizei kooperieren. Bahn-Chef Rüdiger Grube will im Februar zu einem Sicherheitsgipfel einladen: „Ziel sind gemeinsame neue Konzepte für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen. Wir wollen mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen.“ Teilnehmen sollten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Ländervertreter, die Bundespolizei und Datenschützer. Es gehe auch darum, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden „noch besser“ werde, sagte Grube. „Wir können und wollen aber nicht vor jedes Gleis einen Zaun stellen.“

Nach den Worten Grubes werden seit dieser Woche auch im Bonner Hauptbahnhof die Videoaufnahmen aufgezeichnet - dies sei mit der Bundespolizei vereinbart worden. „Generell gilt, dass wir die Bahnhöfe mit Kameras bewachen. Aufzeichnungen muss die Bundespolizei beauftragen.“ Vom Bahnsteig in Bonn existieren keine Aufzeichnungen aus der Zeit des Anschlagversuchs vor knapp zwei Wochen - Bundespolizei und Bahn stritten deswegen zunächst darüber, wer das zu verantworten hat. Die Bahn hatte das Areal, an dem ein Unbekannter am 10. Dezember die in einer Tasche versteckte Bombe abstellte, zwar teilweise per Video beobachtet, die Bilder aber nicht aufgezeichnet.

Laut „Focus“ hatten Fahnder bereits vor zweieinhalb Jahren zwei der drei verdächtigen Islamisten im Visier, die am versuchten Bonner Anschlag beteiligt gewesen sein sollen. Das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt beantragte am 18. Mai 2010, der Generalbundesanwalt möge gegen eine Gruppierung namens „Deutsche Schabab“ ermitteln. Der Bundesanwaltschaft sei die Verdachtslage damals zu dünn erschienen. Inzwischen hätten die Bundesankläger aufgrund neuer Hinweise ihre Meinung geändert.

Die nicht detonierte Bombe von Bonn schreckt Sicherheitsbehörden und Deutsche Bahn auf. Bei der Überwachung der Bahnhöfe will man nun enger zusammenarbeiten. Schon kündigt sich Streit über die Kosten an.

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