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Politik Asiatische Minderheit könnte die Wahl entscheiden
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13:05 26.10.2012
Im US-Wahlkampf werden Amerikaner asiatischer Herkunft vor allem in den wahlentscheidenden „Swing States“ eine wichtige Rolle spielen. Quelle: dpa
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San Francisco

Die Familie von Professor Andrew Aoki lebt seit drei Generationen in den USA. Doch jedes Jahr fragt mindestens ein Student am renommierten Augsburg College in Minnesota den Politikwissenschaftler, wo er denn so gut Englisch gelernt habe. Fragen wie diese decken einen zentralen Widerspruch in der Stellung der Amerikaner asiatischer Herkunft in der US-Gesellschaft auf, sagt Aoki. Obwohl sie häufig beneidenswert erfolgreich sind, gelten die „Asian Americans“ immer noch als Außenseiter. Die Minderheit selbst setzt ihre wachsende politische Macht nur sehr zögerlich ein.

Das beginne sich nun zu ändern, meint Aoki, der japanische Vorfahren hat. Die Asiaten könnten bei den Präsidentenwahlen im November vor allem in einigen heiß umkämpften Bundesstaaten wie Virginia, Nevada und vor allem in Florida eine entscheidende Rolle spielen. Denn wer Präsident werden will, muss zwei der wichtigsten drei „Swing States“ Ohio, Pennsylvania und eben Florida gewinnen.

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Die Ergebnisse der Volkszählung im Jahr 2010 haben ergeben, dass Asiaten die am schnellsten wachsende US-Minderheit sind. Von 2000 bis 2010 wuchs sie um 46 Prozent auf über 14 Millionen - 17 Millionen, wenn man US-Bürger mit nur einem asiatischen Elternteil mitzählt. Im „Swing State“ Virginia sind 6,5 Prozent der Bevölkerung asiatischer Herkunft, in Nevada sogar 7,7 Prozent. „Eine Randgruppe kann nun über Sieg oder Niederlage entscheiden“, sagt der japanischstämmige demokratische Kongressabgeordnete Mike Honda aus Kalifornien.

Für Präsident Barack Obama, der in Umfragen nur knapp vor seinem republikanischen Herausforderer Mitt Romney liegt, sind das gute Nachrichten. Eine Mehrheit der Asiaten unterstützt die US-Demokraten. Dafür gibt es historische und gesellschaftliche Gründe. Viele wurden von den Boom-Jahren der Präsidentschaft Bill Clintons geprägt. Ein weiterer Faktor sei, dass Asiaten generell nicht sehr religiös seien, sagt Aoki. Religiöse Amerikaner wählen eher republikanisch.

Überdurchschnittliche Bildung und Einkommen lassen sie auch eher für die Demokraten stimmen. Auch die ethnisch gemischte Zusammensetzung der demokratischen Partei spielt eine Rolle. „Das ist sehr wichtig geworden, vor allem in den vergangenen Jahren, seit die Republikaner ihren Kreuzzug gegen Einwanderer begonnen haben“, sagt Aoki. Politische Kommentatoren sprechen normalerweise nur davon, dass diese harte Linie der Republikaner Latino-Wähler verschrecke, doch die Asiaten zu vergrämen, könnte langfristig genauso negative Folgen haben.

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lake Research Partners ergab, dass sich mehr als 50 Prozent der Asiaten zu den Demokraten bekennen und nur 16 Prozent die Republikaner bevorzugen. 73 Prozent haben eine gute Meinung von Obama, nur 27 Prozent von Romney. Demokraten vertreten viele zentrale Anliegen der asiatischen Minderheit: Beim Streit um das Gesundheitssystem, den Interessen der Mittelschicht und bei den Themen Gleichbehandlung aller Amerikaner, Bildung und Einwanderung.

Den Verlust dieser Wählergruppe haben die Republikaner auch selbst zu verschulden. Noch 1992 wählten 55 Prozent der Asiaten den Republikaner George H. Bush, nur 31 Prozent Clinton. Die Asiaten unterstützten damals nach Meinung von Politexperten die harte Linie der Republikaner gegenüber dem Kommunismus. Doch der Kalte Krieg ist lange vorbei und junge Asiaten haben andere Prioritäten. Diese Entwicklung aber hätten die Republikaner verschlafen.

Romney versucht dennoch, die Gruppe für sich zu gewinnen: Im Juli hob er die Wahlkampforganisation „Asian Americans und pazifische Insulaner für Romney“ aus der Taufe. Er freue sich darauf, mit den Asiaten zusammenzuarbeiten, um „Amerika wieder auf den richtigen Weg zu bringen“, ließ der republikanische Präsidentschaftskandidat wissen.

dpa

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