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Politik Armut macht Kinder krank
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16:38 01.07.2009

Dass aber fehlendes Geld erst krank manchen kann, hat der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen der Politik jetzt ins Stammbuch geschrieben.

In einem von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in Auftrag gegebenen und am Dienstag an die Ministerin überreichten Sondergutachten über die „Gesundheitsversorgung in einer Gesellschaft des längeren Lebens“ kommen die sieben Professorinnen und Professoren zu alarmierenden Ergebnissen: Ein Fünftel, rund 140.000 der jährlich in Deutschland geborenen Kinder, wächst in armen Elternhäusern auf, was die Kinder besonders anfällig für Gesundheitsschäden macht.

„Die Senkung der Kinderarmut“, schreiben die Gesundheitsexperten in ihr Gutachten, „sowie Investitionen in möglichst frühe Bildungsangebote nehmen deshalb gesundheitspolitisch höchste Priorität ein.“ Gesundheits- und Entwicklungsdefizite würden vorwiegend durch Kinderarmut ausgelöst. Es war die spezielle Aufgabe der Gutachter, die besonderen Bedürfnisse der verschiedenen Generationen unter die Lupe zu nehmen.

Wie bei der jungen Generation sehen die Sachverständigen mindestens so großen Handlungsbedarf auch bei der älteren Generation. Es ist nicht der Geldmangel, der in dieser Gruppe hervorsticht. Es sind die Mehrfacherkrankungen, die mit zunehmendem Alter stark bis hin zur Pflegebedürftigkeit zunehmen. Dagegen sei die Gesellschaft bislang nur unzureichend gerüstet. Bereits zwei Drittel der über 65-Jährigen weist „mindestens zwei chronische Erkrankungen“ auf. Leitlinien, wie damit umzugehen sei, gebe es nur wenige, kritisieren die Professoren. Diese Mehrfacherkrankungen führen dazu, dass ältere Menschen häufiger zu Ärzten gehen und länger in Krankenhäusern liegen. Auch die Zahl der Arzneimittelverordnungen ist in Deutschland hoch. Ältere Menschen nähmen oft riskant viele Medikamente ein, heißt es in der Studie. So erhält etwa ein Drittel (35 Prozent) der Männer und zwei von fünf Frauen (40 Prozent) über 65 Jahre neun und mehr Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffen. Nebenwirkungen seien ein Kernproblem.

Keine Aussicht auf Besserung sieht der Gesundheitsrat bei der wachsenden Pflegebedürftigkeit. Bis zum Jahr 2050 könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bei 3,2 Millionen begrenzt werden. Schon jeder dritte Pflegebedürftige ist bereits mehr als 85 Jahre alt. Und im Alter von 90 Jahren ist schon „die Hälfte der Bevölkerung pflegebedürftig“.

Weitere Informationen

Das Gutachten des Sachverständigenrats in der Langfassung (PDF-Datei)

Das Gutachten des Sachverständigenrats in der Kurzfassung (PDF-Datei)

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