Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Arbeitgeber jubeln über Flüchtlings-Jobwunder
Mehr Welt Politik Arbeitgeber jubeln über Flüchtlings-Jobwunder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:30 14.12.2018
Arbeitgeberpräsident Kramer zieht eine Positiv-Bilanz der Flüchtlingsintegration: Angela Merkel habe mit ihrem „Wir schaffen das“ richtig gelegen. Quelle: epd
Berlin

Die Arbeitgeber sehen erhebliche Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen. „Von mehr als einer Million Menschen, die vor allem seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, haben heute bald 400 000 einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der „Augsburger Allgemeinen“. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe mit ihrem Satz „Wir schaffen das“ richtig gelegen. „Ich bin selbst überrascht, dass das so schnell geht“, sagte Kramer.

Laut jüngster Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind im November rund 289 000 Menschen aus den acht wichtigsten außereuropäischen Asylherkunftsländern sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen. Die Zahl der Flüchtlinge in Ausbildung dürfte bei rund 30 000 liegen. Rund 72 000 waren zuletzt geringfügig beschäftigt.

BDA-Präsident Kramer sagte, die große Mehrheit der erwerbstätigen Flüchtlinge arbeite in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und sei damit integriert: „Viele Migranten sind eine Stütze der deutschen Wirtschaft geworden.“ Die meisten Mittelständler seien weiter auf der Suche nach Mitarbeitern und hofften auf das geplante Fachkräfteeinwanderungsgesetz der großen Koalition. Die Pläne sollen nach bisherigem Stand in der kommenden Woche vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht.

Am Freitag lief die Abstimmung zwischen den beteiligten Ressorts allerdings noch. Aus der Union wird Kritik daran laut, dass nach dem bisherigen auch abgelehnte Asylbewerber mit Job dauerhaft im Land bleiben können sollen – im Rahmen einer sogenannten „Beschäftigungsduldung“.

Deutschland müsse weiterhin eine offene Gesellschaft bleiben, die bereit ist, Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. „Wenn uns das nicht gelingt, besteht die Gefahr, dass wir wirtschaftlich wieder zurückfallen wie in den neunziger Jahren“, so Kramer weiter.

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge mit Job keine Hilfsarbeiter

Mehr als die Hälfte der Flüchtlinge mit sozialversicherungspflichtigem Job ist als Facharbeiter, Spezialisten oder Experten beschäftigt. Das geht aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Ende März 2018 waren in Deutschland 220 000 Menschen aus den wichtigsten acht nichteuropäischen Asylherkunftsländern – darunter Syrien, Irak und Eritrea – sozialversicherungspflichtig beschäftigt. „Davon waren 104 000 oder 47 Prozent in einer Tätigkeit als Helfer beschäftigt, 92 000 oder 42 Prozent in einer fachlich ausgerichteten Tätigkeit beschäftigt, 7000 oder drei Prozent als Spezialisten und 16 000 oder sieben Prozent als Experten tätig“, so das Ministerium.

662 000 erwerbsfähige Flüchtlinge bezogen Ende März 2018 Hartz-IV-Leistungen. 96 000 bezogen als „Aufstocker“ zusätzlich zu ihrem Lohn staatliche Unterstützung.

Von Jan Sternberg und Rasmus Buchsteiner/RND

Der Weg für Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Björn Höcke ist frei: Der Justizausschuss des Thüringer Landtags hat die Immunität des AfD-Politikers aufgehoben. Grund dafür ist der missbräuchliche Umgang mit dem Foto eines Gewaltopfers sein.

14.12.2018

Die Angeklagten sollen Mitglieder der rechtsextremen Gruppe „Weisse Wölfe Terrorcrew“ gewesen sein. Vor Gericht wurden sie nun vom Hauptvorwurf freigesprochen: der Bildung einer kriminellen Vereinigung

14.12.2018

Die Koalitionsfraktionen haben für den Kita-Gesetzentwurf von Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gestimmt. Unklar war zunächst, ob auch der Bundesrat zustimmt – der gibt nun aber grünes Licht.

14.12.2018