Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Arabische Liga will UN um Hilfe bitten
Mehr Welt Politik Arabische Liga will UN um Hilfe bitten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:51 09.01.2012
Foto: Die Arabische Liga steht nach dem bisherigen Misserfolg ihrer Beobachtermission in Syrien unter Druck.
Die Arabische Liga steht nach dem bisherigen Misserfolg ihrer Beobachtermission in Syrien unter Druck. Quelle: dpa
Anzeige
Kairo

Die Liga steht in der Kritik, weil sie das Blutvergießen auch nach zwei Wochen nicht stoppen konnte. Al-Dabi wird vorgeworfen, die blutige Realität zu beschönigen. Sogar ein Abbruch des zunächst auf einen Monat befristeten Einsatzes wurde ins Spiel gebracht, am Samstag aber vom Liga-Vizechef Adnan Eissa ausgeschlossen.

Wie aus Diplomatenkreisen verlautete, könnten die arabischen Staaten die UN um technische Unterstützung bitten. Es gehe dabei um Ausrüstung, die den Beobachtern die Arbeit erleichtern könne, hieß es. Nachgedacht werde auch über Trainingsangebote für Beobachter, die noch keine Erfahrung auf diesem Gebiet haben. Derzeit sind 163 arabische Beobachter in Syrien.

Seit Beginn der Massenproteste gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad Mitte März vergangenen Jahres wurden nach UN-Schätzungen mehr als 5000 Menschen getötet. Die Opposition spricht schon von mehr als 6000 Toten. Ziel der Beobachtermission ist es, die Gewalt zu beenden, den Abzug der Truppen aus den Städten sowie die Freilassung der politischen Gefangenen zu überwachen. Doch auch am Wochenende wurde wieder Blut vergossen.

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden am Sonntag in der südlichen Provinz Daraa elf regimetreue Soldaten von Deserteuren bei Gefechten getötet. In der Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze wurde Aktivisten zufolge der Ort Sarakib unter Beschuss genommen. Dabei sei ein Teilnehmer eines Sitzstreiks durch Granatsplitter getötet worden, sagte der Oppositionelle Ahmad Abdullah aus Idlib der Nachrichtenagentur dpa. Am Samstag wurden mindestens 29 Tote gemeldet - die meisten in Homs und Vororten der Hauptstadt Damaskus.

Der oppositionelle syrische Nationalrat forderte erneut den Abbruch des Einsatzes der arabischen Länder. „Die Arabische Liga sollte zugeben, dass ihre Beobachtermission gescheitert ist, und die Aufgabe an die Vereinten Nationen übergeben“, sagte die Sprecherin des Rats, Bassima Kadami, nach Berichten arabischer Medien.

Am Freitag hatte ein weiterer Terroranschlag in Damaskus mit 26 Toten den Druck auf die Beobachtermission erhöht. Regierung und Opposition machten sich gegenseitig für die Bluttat verantwortlich. Das Assad-Regime kündigte an, mit „eiserner Faust“ gegen die Hintermänner vorzugehen.

dpa