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Politik Apotheken geben seit Dienstag FFP2-Masken für Risikogruppen aus
Mehr Welt Politik Apotheken geben seit Dienstag FFP2-Masken für Risikogruppen aus
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16:23 15.12.2020
Risikogruppen können ab Dienstag kostenlose erste "FFP2"-Masken in den Apotheken erhalten.
Risikogruppen können ab Dienstag kostenlose erste "FFP2"-Masken in den Apotheken erhalten. Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa
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Berlin 

Seit Dienstag können rund 27 Millionen Deutsche aus Corona-Risikogruppen die ersten kostenlosen FFP2-Masken erhalten.

Die Ausgabe der Schutzmasken erfolgt in einem stufenweisen Verfahren. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) hatte bereits in der vergangenen Woche darüber berichtet, dass Apotheker mit der Verteilung der Masken frühestens am Dienstag beginnen. Der Präsident des Apothekerverbandes ABDA, Friedemann Schmidt, hatte die Verteilung der Masken eine logistische “Herkulesaufgabe” genannt.

Den Bund kostet die Aktion insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft, sie bieten allerdings auch keinen 100-prozentigen Schutz.

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Wer erhält die kostenlosen FFP2-Masken?

Vor zwei Herausforderungen standen die Beamten: Wie kann man gewährleisten, dass tatsächlich nur die wirklichen Risikogruppen versorgt werden? Und wie wird sichergestellt, dass es keine Betrügereien gibt? Beides ist nicht trivial, schließlich hatte das höchste Entscheidungsgremium der gesetzlichen Krankenversicherung, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), 27,3 Millionen Anspruchsberechtigte ausgemacht – ein Drittel der Bevölkerung. Zu ihnen gehören nicht nur alle Menschen über 60, sondern auch viele chronisch Kranke.

Zu den Anspruchsberechtigten zählt der G-BA Menschen mit Diabetes Typ II, Patienten mit Herz- oder Niereninsuffizienz, mit Asthma und Schlaganfall oder der Lungenkrankheit COPD, Organtransplantierte oder Frauen mit einer Risikoschwangerschaft. Auch Krebspatienten sollen berücksichtigt werden.

Brauche ich einen Gutschein für die kostenlosen FFP2-Masken?

Wer zu dieser Gruppe gehört, müssen die Kassen nun mit einem komplexen Datenabgleich herausfinden, denn sie verfügen nicht über die Diagnosen der Ärzte. Auch die Frage, wie man gewährleistet, dass jeder Betroffene das Kontingent nur einmal abholt, bereitete Kopfzerbrechen. Eine der (verworfenen) Ideen: ein in die Versichertenkarte gestanztes Loch.

Welche Masken gibt es, wen schützen sie und was sollte man beim Tragen von selbstgenähten Masken beachten?

Bei der von Spahn nun vorgestellten „pragmatischen“ Lösung wird im ersten Schritt auf besondere Nachweise oder Gutscheine verzichtet: Wer zur Risikogruppe gehört, kann sich ab dem 15. Dezember kostenlos drei Masken in einer Apotheke abholen. Das Alter kann dort anhand des Ausweises überprüft werden. Kennt der Apotheker den Patienten, weiß er in der Regel auch, welche chronischen Erkrankungen vorliegen. Wenn nicht, soll der Apotheker durch eine Befragung herausfinden, ob alles seine Richtigkeit hat.

Ab Januar erhalten die von den Kassen ermittelten Anspruchsberechtigten dann Post mit zwei fälschungssicheren Coupons für je sechs weitere Masken. Der erste kann bis 28. Februar in einer Apotheke eingelöst werden, der zweite zwischen dem 16. Februar und dem 15. April. Fällig ist dann aber eine geringe Zuzahlung von 2 Euro je Sechserpack. Die Regelungen gelten auch für Privatversicherte.

FFP2-Masken: Kein „100-prozentiger Schutz“

FFP2-Masken filtern Partikel besonders wirksam aus der ein- oder ausgeatmeten Atemluft. Bei Tests müssen sie mindestens 94 Prozent von Testaerosolen herausgefiltert haben. Spahn mahnte dennoch zur Vorsicht: „Auch FFP2-Masken bieten keinen 100-prozentigen Schutz für das Coronavirus. Aber sie senken die Gefahr für eine Ansteckung erheblich.“ Nachdem immer mehr dieser Masken in Deutschland hergestellt würden, könne der Bedarf nun vor allem aus inländischer Produktion gedeckt werden, sagte der CDU-Politiker.

Große Nachfrage nach FFP2-Masken in deutschen Apotheken

Zum Auftakt der Ausgabe von kostenlosen FFP2-Masken an Menschen aus Corona-Risikogruppen war der Andrang in vielen deutschen Apotheken groß. „Ein Patientenplus von 100 Prozent oder mehr war bis zum Mittag durchaus die Regel“, sagte der Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Dienstagnachmittag nach ersten Einschätzungen. Die meisten Apotheken hätten es geschafft, sich rechtzeitig Masken zu besorgen. „Bei vielen waren aber bis mittags die bereits beschafften Kontingente auch schon vergriffen“, so Kern. Neue Ware sollte es jedoch schon ab Mittwoch geben.

Kunden warten vor einer Apotheke in Hamburg. Quelle: Marcus Brandt/dpa

Aufgrund des erwartet hohen Andrangs hatten viele Apotheken zusätzliche Ausgabeplätze eingerichtet und sich personell verstärkt. Nach ersten Informationen der ABDA konnten Apotheken mit besonders großen Masken-Vorräten am Dienstag bereits gut ein Drittel der anspruchsberechtigten Stammkunden versorgen.

Mit Material von dpa

Von Tim Szent-Ivanyi/RND

Der Artikel "Apotheken geben seit Dienstag FFP2-Masken für Risikogruppen aus" stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.