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Politik Angeklagte im Sauerland-Prozess kündigen Geständnis an
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11:19 10.06.2009
Der wegen Mordes und schweren Raubs angeklagte Ahmed Hamud M. Quelle: Martin Oeser/ddp

Sie gaben in der Verhandlung an, sich zu den gegen sie erhobenen Vorwürfen äußern und Teilgeständnisse ablegen zu wollen. Als Grund für die überraschende Wende gab der angeklagte Adem Y. an, dass er das Verfahren auf diese Weise abkürzen wolle, weil er sich langweile.

Der Prozess soll nun erst am 23. Juni fortgesetzt werden. Bis dahin wollen die Angeklagten mit ihren Verteidigern Erklärungen formulieren. Zudem sollen alle vier von Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) zu Teilaspekten der Anklage befragt werden.

Zunächst hatte sich vor dem OLG Adem Y. zu einem Geständnis bereit erklärt. Er hatte sich an den Vorsitzenden Richter Ottmar Breidling mit der Bitte gewandt, mit den anderen Angeklagten darüber ohne Verteidiger sprechen zu dürfen. Diesem Anliegen entsprach das Gericht umgehend und unterbrach den Prozess. Die vier Angeklagten zogen sich daraufhin zu Beratungen zurück. Beobachter mussten sich auf eine längere Prozessunterbrechung einrichten.

Die Angeklagten hatten sich zunächst gemeinsam mit ihren Verteidigern beraten und setzten später die Besprechung unter sich fort. Die Angeklagten wurden dabei von zwei Beamten des Bundeskriminalamtes (BKA) überwacht. „Sie sollen so keine Gelegenheit haben, ihre Einlassung abzusprechen“, erläuterte Richter Breidling.

Auslöser für die ünerwartete Prozesswende war ein Vermerk, mit dem Breidling einen der Angeklagten konfrontiert hatte. Danach hatte der Angeklagte während der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Wuppertal an einem Besuchstag angedeutet, dass er in der Verhandlung gestehen wolle.

Den Mitgliedern der „Sauerland-Gruppe“ wird vorgeworfen, im Jahr 2007 Autobombenanschläge auf US-Einrichtungen in mehreren deutschen Großstädten geplant zu haben. Die Männer hatten sich zwölf Fässer mit der Chemikalie Wasserstoffperoxid beschafft und in einer Ferienwohnung im sauerländischen Medebach-Oberschledorn damit begonnen, daraus Sprengstoff herzustellen. Am 4. September 2007 wurden sie in der Ferienwohnung festgenommen.

Nach Ansicht der Bundesanwaltschaft wollten die vier Angeklagten terroristische Anschläge im gleichen Ausmaß wie beim 11. September 2001 in den USA verüben.

ddp

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