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14:19 25.09.2019
Greta Thunberg erhält den Alternativen Nobelpreis. Quelle: imago images/TT

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg bekommt in diesem Jahr den alternativen Nobelpreis. Mit ihr werden die Menschenrechtsaktivistin Aminatu Haidar aus der Westsahara, die chinesische Frauenrechtlerin Guo Jianmei sowie der brasilianische Ureinwohner Davi Kopenawa und seine Vereinigung Hutukara Yanomami ausgezeichnet.

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Das teilte die Right Livelihood Stiftung am Mittwoch in Stockholm mit. Damit ehre die Stiftung „vier praktische Visionäre, deren Einsatz es Millionen von Menschen ermöglicht, ihre grundlegenden Rechte zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten zu kämpfen“, erklärte Stiftungsdirektor Ole von Uexküll.

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Die deutsche Klimastreikaktivistin Luisa Neubauer begrüßte die Auszeichnung am Mittwoch auf Twitter und zeigte sich überwältigt. „Ich freue mich so sehr für sie und für uns alle, die Seite an Seite mit ihr für Morgen kämpfen“, schrieb Neubauer.

Das sind die weiteren Nominierten

  • Die Menschenrechtsaktivistin Aminatu Haidar aus der Westsahara kämpft in ihrer Heimatregion gewaltlos für Gerechtigkeit und politische Selbstbestimmung der Bevölkerung. Manche nennen sie deshalb „Gandhi der Westsahara“. Sie will die Unabhängigkeit der Region an der nordwestafrikanischen Atlantikküste, die nach dem Rückzug der Kolonialmacht Spanien in den 1970er Jahren von Marokko annektiert wurde. Seitdem ist der Status des Gebietes ungeklärt. In ihrem Kampf trat die 53-Jährige mehrmals in den Hungerstreik – und lässt sich auch nicht von Haft, Folter und Morddrohungen von ihrem Ziel abbringen. Mit ihr wird erstmals eine Person aus der Westsahara mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.
  • Sexuelle Belästigung, häusliche Gewalt, Diskriminierung am Arbeitsplatz: Die Liste der Vergehen gegen Frauen in China ist – wie an vielen anderen Orten der Erde – lang. Guo Jianmei hilft betroffenen Chinesinnen, Rechtsbeistand zu erhalten. Seit 1995 haben so mehr als 120.000 Frauen in der Volksrepublik kostenlose Beratung von ihr und ihren Teams erhalten. Die 57-jährige Juristin hat sich so einen Namen als eine der führenden Frauenrechtsanwältinnen ihres Landes gemacht. Ihr Kampf für die Rechte der Frau findet nicht nur in den großen Städten statt: Dank der Gründung eines Anwaltsnetzwerks kann seit 2005 auch Frauen in ländlichen Regionen geholfen werden.
  • Davi Kopenawa hat den alternativen Nobelpreis 1989 schon einmal in Empfang genommen – damals allerdings nur im Auftrag der Menschenrechtsorganisation Survival International. Nun wird der Brasilianer gemeinsam mit der von ihm mitgegründeten Vereinigung Hutukara Yanomami persönlich für seinen Einsatz für die Rechte der indigenen Bevölkerung ausgezeichnet. Kopenawas Kampf gegen die Zerstörung der Lebensgrundlage der Yanomami fokussiert sich auf die Sicherung der Landrechte und Kultur der Ureinwohner, aber auch auf den Schutz der Wälder und Artenvielfalt im Amazonasgebiet.

Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld in Höhe von jeweils einer Million schwedischen Kronen (93.500 Euro) ist für die Arbeit der Geehrten bestimmt. Darüber hinaus wird den Preisträgern von der Stiftung langfristige Unterstützung für ihr Vorhaben und Hilfe in lebensbedrohlichen Situationen zugesichert.

Was ist der alternative Nobelpreis?

Mit dem alternativen Nobelpreis werden alljährlich Vorkämpfer für Menschenrechte, Umwelt und Frieden ausgezeichnet. Eigentlich heißt der Preis Right Livelihood Award, doch gemeinhin wird er als alternativer Nobelpreis bezeichnet. Mit den traditionellen auf den Dynamiterfinder Alfred Nobel zurückgehenden Preisen hat die Auszeichnung aber nichts zu tun. Initiiert wurde der spendenfinanzierte und seit 1980 vergebene Preis vom deutsch-schwedischen Journalisten und Philanthropen Jakob von Uexküll. Zu den früheren Preisträgern gehören US-Whistleblower Edward Snowden und Schwedens Kinderbuchautorin Astrid Lindgren.

Insgesamt hatte sich die internationale Vergabejury 142 Nominierungen aus 59 Ländern angeschaut. Die Auszeichnungen werden am 4. Dezember auf einer feierlichen Zeremonie in Stockholm vergeben.

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RND/dpa

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