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Politik Ali Chamenei droht der Opposition mit harten Maßnahmen
Mehr Welt Politik Ali Chamenei droht der Opposition mit harten Maßnahmen
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10:28 21.06.2009
Die Ordnungskräfte setzten am Sonnabend Tränengas gegen die Demonstranten in Teheran ein. Quelle: Ali Safari/afp

Der geistliche Führer Ali Chamenei hatte der Opposition zuvor unverhohlen mit harten Maßnahmen gedroht. Am Rande der Proteste wurde ein Selbstmordanschlag am Schrein von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini verübt.

Trotz eines landesweiten Demonstrationsverbots versammelten sich laut Augenzeugen tausende Anhänger des unterlegenen Präsidentschaftskandidaten Mir-Hossein Mussawi in Teheran. Bis zu zweitausend Demonstranten kamen demnach vor der Universität der Hauptstadt zusammen.

Auf dem zentralen Enkelab-Platz verhinderte nach Angaben weiterer Augenzeugen ein massives Polizeiaufgebot eine Großkundgebung. Dabei seien die Polizisten gewaltsam gegen die Demonstranten vorgegangen und hätten Tränengas und Wasserwerfer mit kochend heißem Wasser eingesetzt. "Männer und Frauen wurden geschlagen", berichtete ein Demonstrant. Ein weiterer Augenzeuge berichtete von mehreren tausend Demonstranten auf dem Asadi-Platz, rund vier Kilometer vom Enkelab-Platz entfernt.

Auch zahlreiche Bassidsch-Milizionäre, die einer Einheit der Revolutionsgarden angehören, waren nach Angaben der Augenzeugen im Einsatz, um die Proteste gewaltsam niederzuschlagen. Ein Zeuge berichtete, wie die Milizionäre mit Motorrädern durch die Straßen patrouillierten. Sie seien mit Schlagstöcken, Eisenstangen und Drahtseilen bewaffnet. Ausländischen Medien ist es derzeit untersagt, vor Ort von den Protesten zu berichten.

Mussawi selbst forderte erneut eine Annullierung der Wahl. Die Behörden sollten den Urnengang "wegen Unregelmäßigkeiten" für ungültig erklären, hieß es auf Mussawis Internetseite.

Der für die Wahlorganisation zuständige Wächterrat hatte sich zuvor bereiterklärt, zehn Prozent der Stimmen stichprobenartig neu auszuzählen. Der ultrakonservative Amtsinhaber Mahmud Ahmadinedschad hatte die Präsidentschaftswahl am 12. Juni nach offiziellen Angaben im ersten Durchgang klar gewonnen. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses hatten landesweit die Proteste eingesetzt, bei denen nach offiziellen Angaben bislang sieben Menschen starben.

Am Schrein von Revolutionsführer Khomeini wurde am Nachmittag ein Anschlag verübt. Der Attentäter wurde getötet, nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna wurden drei Menschen verletzt. Der Anschlag im Eingangsbereich des Mausoleums erfolgte nahezu zeitgleich mit dem Beginn der Kundgebungen der Opposition. Khomeini hatte die Islamische Revolution im Iran angeführt, die zum Sturz des Schahs führte.

afp

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