Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Politik Al-Kaida-Anschlag auf Flugzeug verhindert
Mehr Welt Politik Al-Kaida-Anschlag auf Flugzeug verhindert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:49 08.05.2012
Von Stefan Koch
Der Sprengsatz sei eine Weiterwicklung der sog. „Unterhosenbombe", mit der in 2009 ein Passagierflugzeug in die Luft gesprengt werden sollte. Quelle: dpa
Anzeige
Washington

Wie es in Washington heißt, soll der US-Geheimdienst CIA Ende April im Jemen eingegriffen haben, bevor der mutmaßliche Attentäter ein konkretes Ziel ausgewählt und ein Flugticket gekauft hatte. Präsident Barack Obama soll kurz zuvor über die Bedrohung informiert worden sein.

"Wir sind frühzeitig eingeschritten", sagte Caitlin Hayden, Sprecherin der US-Sicherheitsbehörden, am Dienstag in Washington. Allerdings zeige der Anschlagsversuch, dass die Terroristen ihre Techniken immer weiter verfeinern würden. Die selbstgebastelte Bombe erinnere in ihrer Beschaffenheit an den Sprengsatz, den der sogenannte Unterhosenbomber im Dezember 2009 bei seinem Flug nach Detroit bei sich trug.

Anzeige

Es sei nicht auszuschließen, dass dieser neue Bombentyp bei den Kontrollen am Flughafen nicht aufgefallen wäre, da er aus einem speziellen Kunststoff hergestellt worden sei. Außerdem sei der Zündmechanismus deutlich verbessert worden. "Die Anschlagspläne zeigen, dass Al Qaida auch ein Jahr nach dem Tod ihres Gründers Osama bin Laden eine Gefahr für die USA darstellt", sagt John Brennan, Obamas Anti-Terror-Berater. Ob die Terroristen die Bombe genau am Todestag des früheren Al-Qaida-Chefs bin Laden zünden wollten, lasse sich nicht genau sagen.

Am Rande eines Besuchs in Neu-Delhi nahm auch Außenministerin Hillary Clinton zu dem Vorfall Stellung: "Die Bombe scheint keine direkte Bedrohung für den öffentlichen Luftverkehr gewesen zu sein, aber die Anschlagspläne an sich deuten darauf hin, dass diese Terroristen immer verderbtere und schrecklichere Methoden zur Ermordung unschuldiger Menschen suchen." 

Das versuchte Attentat wirft ein Schlaglicht auf die veränderte Bedrohungslage. Wie es in amerikanischen Regierungskreisen heißt, würden Al-Qaida-Mitglieder aus den hart umkämpften Grenzregionen zwischen Afghanistan und und Pakistan fliehen und in den Jemen ausweichen. Vor allem in den südlichen Regionen der arabischen Halbinsel würden die Terroristen Rückzugsgebiete finden.

Eine Entwicklung, auf die auch die US-Administration reagiert: Im April wurde bekannt, dass Präsident Obama den geheimen Kampf mit unbemannten Drohnen nicht nur in den pakistanischen Stammesgebieten führen lässt, sondern mittlerweile auch im Jemen. Die Order des Weißen Hauses besagt offenbar, dass CIA und Spezialeinheiten der US-Armee die Drohnen selbst dann abfeuern dürfen, wenn im Umfeld der Terroristen nicht sämtliche Personen identifiziert worden sind.

Das rabiate Vorgehen bleibt nicht ohne Wirkung: So gab Washington am Sonntag bekannt, das der gesuchte Terrorist Fahd al Kuso bei einem Angriff mit einem unbemannten Flugkörper getötet worden sei. Al Kuso wird vorgeworfen, am versuchten Attentat im Dezember 2009 beteiligt gewesen zu sein. Auf seine Planungen geht nach Einschätzung der US-Regierung zudem das Attentat auf das amerikanische Kriegsschiff "Cole" vor zwölf Jahren zurück, dem 17 Marinesoldaten zum Opfer fielen.

Politik Hollywood-Stars greifen in Wahlkampf ein - Obama und Clooney laden zum Dinner
Stefan Koch 08.05.2012
08.05.2012
Politik Griechenland unreagierbar? - Erste Gespräche in Athen gescheitert
08.05.2012