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Politik Aigner will Banken zu besserer Beratung zwingen
Mehr Welt Politik Aigner will Banken zu besserer Beratung zwingen
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11:56 15.12.2009
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) Quelle: ddp
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Das sagte Aigner dem „Hamburger Abendblatt“. Es bleibe zwar ihr Ziel, mit den Unternehmen gemeinsam eine rasche Reform der Anlageberatung zu entwickeln. „Doch wenn die Banken nicht freiwillig ihre Beratung verbessern und für mehr Transparenz sorgen, dürfen sie sich nicht wundern, dass der Staat einschreitet.“

„Wir brauchen klare Regeln, um private Anleger besser vor vermeidbaren Verlusten und Falschberatung zu schützen“, sagte Aigner dem Blatt. Die Haftung für Produkte und Vertrieb müsse verschärft, die Anforderungen an Berater und Vermittler müssten erhöht werden. Die Banken hätten als Konsequenz aus der Lehman-Pleite zugesagt, „ihre Standards zu überprüfen und die Beratung grundlegend zu verbessern“. Die Wirklichkeit sehe anders aus: „Noch immer wird versucht, gutgläubigen Kunden riskante Finanzprodukte anzudrehen. Viele Kunden fühlen sich nicht beraten, sondern verkauft.“ Wo Sorgfalt und Transparenz geboten wären, werde „getrickst und getäuscht“. Wenn sie höre, wie Privatkunden riskante Geldanlagen als vermeintlich sichere Produkte verkauft werden, könne sie nur den Kopf schütteln, sagte Aigner.

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Im vergangenen Juli hatte die Verbraucherschutzministerin ein Produktinformationsblatt vorgestellt, in dem die wichtigsten Eigenschaften eines jeden Finanzprodukts kurz und prägnant dargestellt werden. Diese Maßnahme trug laut Aigner kaum Früchte:
„Bisher war nur eine Bank bereit, diesen Standard zu übernehmen. Wenn die anderen Banken nicht freiwillig nachziehen, wird auch hier eine gesetzliche Regelung unumgänglich.“

AFP