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Politik Trump über Angriff auf den Iran: „Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt“
Mehr Welt Politik Trump über Angriff auf den Iran: „Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt“
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18:22 21.06.2019
Auf Twitter erklärte US-Präsident Trump, ein Militärschlag gegen den Iran wäre aufgrund von möglichen Todesopfern unverhältnismäßig gewesen. Quelle: Sean Kilpatrick/The Canadian Press/AP/dpa
Washington

US-Präsident Donald Trump hat einen Militärschlag gegen den Iran nach eigenen Angaben wegen der befürchteten Todesopfer in letzter Minute abgesagt. Die vom US-Militär erwarteten 150 Toten wären im Vergleich zum Abschuss einer US-Drohne durch den Iran „unverhältnismäßig“ gewesen, schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

Die US-Streitkräfte seien am Donnerstagabend bereit zum Angriff auf drei verschiedene Ziele gewesen, „als ich gefragt habe, wie viele sterben werden. 150 Menschen, Sir, war die Antwort eines Generals. Zehn Minuten vor dem Schlag habe ich ihn gestoppt.“

Trump machte keine Angaben dazu, welche Ziele angegriffen werden sollten. Der US-Präsident schrieb weiter: „Ich habe keine Eile.“ Das US-Militär sei einsatzbereit „und mit Abstand das beste in der Welt“. Die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran zeigten Wirkung. Er betonte: „Der Iran kann NIE Atomwaffen haben.“ Trump verteidigte erneut seinen einseitigen Ausstieg aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran und kritisierte seinen Amtsvorgänger Barack Obama dafür, den Vertrag mit Teheran abgeschlossen zu haben.

US-Drohne wurde am Donnerstag vom Iran abgeschossen

Der Iran hatte am Donnerstag eine Drohne des US-Militärs mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Nach Darstellung Teherans war sie in iranischen Luftraum eingedrungen. Die USA hingegen beharren darauf, dass sie über internationalen Gewässern unterwegs war.

Der Iran hatte die abgeschossene US-Drohne nach eigenen Angaben zuvor mehrfach gewarnt. Der Chef der Luftdivision der Revolutionsgarde, Amir Ali Hadschisadeh, sagte am Freitag dem iranischen Staatsfernsehen, dem Start der iranischen Rakete für den Abschuss seien mehrere Warnungen vorausgegangen. „Leider antworteten sie nicht“, sagte er. Hinter ihm lagen während des Interviews Trümmer, die nach iranischen Angaben von der Drohne stammten.

Die Trümmer stammten aus iranischen Hoheitsgewässern, sagte Hadschisadeh. Laut US-Militär befand die Drohne sich in internationalem Luftraum über der Straße von Hormus, als sie abgeschossen wurde.

Iran: US-Flugzeug wurde verschont

Nach Darstellung des Iran hätte es neben der Drohne auch ein in der Nähe fliegendes bemanntes US-Aufklärungsflugzeug treffen können: „Wir hätten dieses Flugzeug angreifen können – es war unser Recht das zu tun -, aber wir haben es nicht getan“, sagte Amir Ali Hadschisadeh.

Nach seinen Angaben handelte es sich bei dem Flugzeug um eine P8 mit rund 35 Besatzungsmitgliedern. Das US-Zentralkommando kommentierte die Aussagen Hadschisadehs zunächst nicht.

Botschafter in Teheran wurde einbestellt

Der Iran bestellte den Schweizer Botschafter in Teheran, Markus Leitner, ein, der dort auch die US-Interessen vertritt. Nach iranischer Darstellung war die Drohne in den Luftraum der Islamischen Republik eingedrungen und die Islamische Republik wollte bei Leitner dagegen protestieren, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Seit 1979 gibt es keine direkten diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Iran, weswegen die Schweizer Botschaft in Teheran die USA vertritt.

Von RND/dpa/AP

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