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Panorama Zweijähriger schluckt Ecstasypille
Mehr Welt Panorama Zweijähriger schluckt Ecstasypille
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19:16 28.06.2012
Von Saskia Döhner
Zum Verwechseln ähnlich: Ein zweijähriger Junge hat Ecstasypillen mit seinen Bonbons verwechselt – und eine geschluckt. Quelle: Elsner
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Uplengen

Ein zweijähriger Junge aus Uplengen im Kreis Leer hat in einem unbeobachteten Moment vermutlich eine Ecstasypille geschluckt. Wie die Polizei gestern mitteilte, hatte die Mutter am Dienstagabend gegen 21.15 Uhr sofort den Rettungswagen alarmiert. Die Sanitäter informierten ihrerseits die Polizei. Als die Beamten eintrafen, waren die Eltern und ihr Sohn mit dem Rettungswagen bereits ins Krankenhaus gefahren. Der kleine Junge habe sich zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr befunden, sagte ein Polizeisprecher. Mittlerweile ist das Kind auch wieder zu Hause. Gegen die Eltern wird wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt. Noch sei nicht bestätigt, dass der Zweijährige tatsächlich das illegale Aufputschmittel Ecstasy geschluckt hat, hieß es. Die Substanz werde untersucht. Ergebnisse sollen in den nächsten Tagen vorliegen.

Nähere Details zu dem Fall teilte die Polizei unter dem Hinweis auf die laufenden Ermittlungen nicht mit. Keine Angaben gab es zum Alter der Eltern. Nach Medienberichten hat das Kind unbemerkt von den Eltern eine Pillendose geöffnet, eine Tablette herausgenommen und sich in den Mund gesteckt. Wie die Eltern an die Pillen gelangt sind, ist noch unklar, ebenso ob sie möglicherweise drogensüchtig sind. Der Polizeisprecher sagte, so ein Fall wie in Uplengen sei äußerst selten. Häufig griffen Kleinkinder mal zu Waschmittel, davon würde die Polizei aber nichts erfahren, weil dies keine verbotene Substanz sei.

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Ecstasy ist ein chemisch hergestelltes, geruchloses Aufputschmittel. Bekannt geworden ist es in den achtziger Jahren durch die Technoszene. Viele junge Raver schluckten das Präparat in Pulver-, Kapsel- oder Tablettenform, um die Nächte durchtanzen zu können. Die Droge wird genommen, um sich wachzuhalten, immer wieder greifen nach Expertenaussagen auch Manager im Arbeitsstress oder Abiturienten und Studenten im Lerndruck zu den Pillen. Weil sie oft bunt sind, können sie Kinder durchaus mit Bonbons verwechseln. Durch Ecstasy steigen Blutdruck und Pulsfrequenz, später kommen Erschöpfung und Schlaflosigkeit hinzu.

Manuel Becker 28.06.2012
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