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Panorama Zehntausende gehen für Vermisste auf Straßen
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16:32 06.11.2014
Zehntausende sind in Mexiko auf die Straße gegangen, um etwas über das Schicksal der verschleppten Studenten zu erfahren.
Zehntausende sind in Mexiko auf die Straße gegangen, um etwas über das Schicksal der verschleppten Studenten zu erfahren. Quelle: dpa
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Mexiko-Stadt

Zehntausende Demonstranten haben in der mexikanischen Hauptstadt Aufklärung über das Schicksal der 43 verschleppten Studenten im Südwesten des Landes gefordert. Sie zogen am Mittwochabend (Ortszeit) von der Präsidentenresidenz zum Platz Zócalo im historischen Zentrum von Mexiko-Stadt. "Lebend habt ihr sie uns genommen, lebend wollen wir sie zurück", skandierten die Studenten, Familienangehörigen und Aktivisten. "Warum tötet ihr uns, wenn wir doch die Zukunft sind."

Ende September waren Dutzende Studenten eines linksgerichteten Lehrerseminars in Iguala im Bundesstaat Guerrero von Polizisten entführt worden. Später wurden sie offensichtlich Mitgliedern der kriminellen Organisation "Guerreros Unidos" übergeben. Bislang fehlt von den Opfern jede Spur. Der Bürgermeister von Iguala und seine Frau wurden am Dienstag als mutmaßliche Drahtzieher der Tat festgenommen.

Die Verhaftung von José Luis Abarca habe keine entscheidenden neuen Hinweise auf das Schicksal der jungen Leute geliefert, sagte der Anwalt der Opferfamilien, Vidulfo Rosales, im Radiosender Fórmula. Die Hoffnung schwinde jeden Tag ein bisschen mehr. Auch in der Provinzhauptstadt Chilpancingo gingen zahlreiche Menschen auf die Straße. "Wir werden weiter demonstrieren, bis sie uns lebend zurückgegeben werden und die Täter bestraft werden. Auch wenn wir dafür unser Leben aufs Spiel setzen", sagte Sandra Vega vom Bund der Lehrerseminare in Guerrero.

Mexiko sei derzeit in einer sehr schwierigen Situation, sagte die guatemaltekische Friedensnobelpreisträgerin Rigoberte Menchú am Donnerstag im mexikanischen Fernsehen. "Die Wahrheit muss herauskommen. Wir brauchen eine unabhängige und umfassende Untersuchung." Es dürfe keine Straflosigkeit geben, und die Protestbewegung der Studenten dürfe nicht kriminalisiert werden, forderte Menchú im Sender Televisa.

dpa

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