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Panorama Zehn Tote bei Unwettern in Mittel- und Osteuropa
Mehr Welt Panorama Zehn Tote bei Unwettern in Mittel- und Osteuropa
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16:07 24.07.2009
Im polnischen Lutogniew nahe Krotoszyn stürzte ein großer Baum auf eine Kirche. Quelle: Tomasz Wojtasik/afp
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Bei heftigen Stürmen begleitet von Hagelschauern und Gewitter stürzten in Deutschland, Österreich, Polen und Tschechien am Donnerstag und in der Nacht zu Freitag zahlreiche Bäume um. Vielerorts fiel der Strom aus und dutzende Keller standen unter Wasser, außerdem wurden Dächer abgedeckt.

Die meisten Opfer gab es mit sieben Toten und 82 Schwerverletzten in Polen. Die meisten Opfer wurden nach Angaben eines Feuerwehrsprechers durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume getötet. Im Norden Tschechiens wurde eine 75-Jährige von einem Baum erschlagen, im Süden des Landes ertrank ein Mann nach dem Sinken einer Yacht auf einem Fluss. In Hessen geriet nach Polizeiangaben ein Autofahrer bei heftigen Unwettern auf der regennassen A5 bei Münzenberg mit seinem Kleintransporter ins Schleudern, prallte gegen die Mittelleitplanke und wurde aus dem Wagen geschleudert. Der vermutlich nicht angeschnallte Fahrer starb noch an der Unfallstelle.

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Laut Feuerwehr wurden in ganz Polen mehrere hundert Menschen durch die Unwetter verletzt, darunter auch 17 Menschen, die im Westen des Landes einen Stromschlag von einem herabfallenden Hochspannungskabel erlitten. In Niederbayern wurden laut Polizei vier Menschen verletzt. Ein 75-Jähriger kam ins Krankenhaus, nachdem er im Raum Pfarrkirchen durch eine Sturmböe mit seinem Auto ins Schleudern geraten und gegen eine Böschung geprallt war. Zwei Feuerwehrleute wurden beim Wegräumen der Reste vom Wind abgedeckter Dächer leicht verletzt. Im Hafen von Passau wurde ein Mann durch herumfliegende Teile des Dachs eines Bootsverleihs getroffen.

Polizei und Feuerwehr mussten in den bayerischen Landkreisen Deggendorf und Passau zu rund hundert Einsätzen ausrücken. 15 Autos wurden beschädigt, Keller überflutet. Die Autobahnen A92 und A3 mussten ebenso wie die Bundesstraße B8 vorübergehend teilgesperrt werden. In der Rhön wurden Straßen überflutet, in Fulda stürzten mehrere Bäume um.
Auch in Polen und Tschechien standen Straßen, Autobahnen und Zugschienen zeitweise völlig unter Wasser. Vielerorts fiel der Strom aus. Offiziellen Angaben zufolge fegten über Polen Sturmböen mit einer Stärke von 100 Kilometern pro Stunde hinweg. Dort musste die Feuerwehr nach einer vorläufigen Bilanz bis zu 2000 Mal ausrücken.

Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA wurden in Tirol und im Bundesland Salzburg zahlreiche Häuser und Autos durch teilweise tennisballgroße Hagelkörner beschädigt. Mehrere Ortschaften bei Salzburg wurden vorübergehend zum Katastrophengebiet erklärt. In der Landwirtschaft richtete das Unwetter beträchtliche Hagelschäden an: Rund 50.000 Hektar Land seien in Mitleidenschaft gezogen worden, teilte die Österreichische Hagelversicherung mit. Der Schaden belaufe sich auf mehr als 15 Millionen Euro.

afp