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Panorama Zehn Jahre Knast für Vergewaltigung an Greisin mit Todesfolge
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16:32 17.06.2009
Einen Arbeiter hat das Landgericht Göttingen am Mittwoch zu zehn Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann aus der Nähe von Göttingen hatte im Herbst vergangenen Jahres eine 87 Jahre alte Greisin vergewaltigt und dabei getötet. Quelle: Tim Schaarschmidt

Aus abgrundtiefem Hass auf seine eigene Mutter hatte der Arbeiter eine 87 Jahre alte Greisin im vergangenen Herbst vergewaltigt und dabei getötet.

Der aus Kasachstan stammende den 28-Jährige hatte im Prozess gestanden, in einem Altenstift in Adelebsen bei Göttingen die frühere Leiterin der Einrichtung mitten in der Nacht überfallen, mehrfach vergewaltigt und dabei getötet zu haben. Das Opfer war auch als Folge der Sexualpraktiken erstickt.

„Grauenerregend, abscheulich“: Diese Begriffe gäben nur unzureichend wieder, was er empfunden habe, als er die Akten erstmals gelesen habe, sagte der Vorsitzende Richter Dirk Amthauer in der Urteilsbegründung. In einer „unfassbarer Gewaltorgie“ habe der Angeklagte die herz- und lungenkranke Rentnerin bis zum Tod vergewaltigt. Die Tat passe vordergründig überhaupt nicht zu dem wohlbehütet aufgewachsenen, strebsamen, höflichen und intelligenten Angeklagten.

Verstehen könne man das Verbrechen nur vor dem Hintergrund der „abnormen Bindung“ des Angeklagten an seine Mutter, sagte Amthauer. Die Frau, die 2002 mit ihren Kindern aus Kasachstan nach Deutschland gekommen war, habe den 28-Jährigen behandelt „wie ein kleines Kind“, ihn rund um die Uhr angerufen und ständig kontrolliert. Mit ihrer „grenzenlosen, erdrückenden Liebe“, habe sie „emotionale Erpressung in Reinkultur“ betrieben. Das Handy sei dabei eine Art Nabelschnur gewesen.

Das Problem: Der extrem aggressionsgehemmte Angeklagte habe so gut wie nie gegen seine Mutter aufbegehrt, sagte Amthauer. In der Tatnacht, in der er stark angetrunken war, sei die mehrfache Vergewaltigung der alten Frau dann eine Art Überdruckventil für den Arbeiter gewesen. Dabei habe nicht das sexuelle Motiv im Vordergrund gestanden. Lustgewinn habe er daraus gezogen, dass „eine ältere Frau sich seinem Willen unterwerfen musste“. In seiner unbewussten Wut habe der Angeklagte mit der Tat seine Mutter treffen wollen, sagte der Richter.

Ohne erfolgreiche psychiatrische Behandlung ist der Angeklagte nach Überzeugung des Schwurgerichts auch künftig „eine Gefahr für die Allgemeinheit“. Deswegen könne es sein, dass er auch nach Verbüßung der Freiheitsstrafe nicht in Freiheit entlassen werde.

Die Richter folgten im Strafmaß weitgehend dem Antrag der Verteidigung, die zehn Jahre Haft gefordert hatte. Staatsanwaltschaft und Nebenklage hatten 12 beziehungsweise 15 Jahre Freiheitsstrafe und jeweils ebenfalls die Unterbringung in der Psychiatrie verlangt. Der Angeklagte werde das Urteil annehmen, sagt sein Anwalt Karl-Heinz Mügge.

lni

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