Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Zahlreiche Tote nach Tornado in US-Staat Missouri
Mehr Welt Panorama Zahlreiche Tote nach Tornado in US-Staat Missouri
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 23.05.2011
Ein gewaltiger Tornado hat erneut eine Stadt in den USA verwüstet und mindestens 89 Menschen in den Tod gerissen. Quelle: dpa
Anzeige

Ein schwerer Tornado hat im US-Bundesstaat Missouri nach Medienberichten zahlreiche Menschen in den Tod gerissen. Allein in der Stadt Joplin im Jasper County seien am Sonntagabend (Ortszeit) 24 Einwohner ums Leben gekommen, berichtete die örtliche Zeitung „News Leader“ in ihrer Onlineausgabe.

Das Unwetter zog offenbar mitten durch das Stadtzentrum und richtete dort gewaltige Schäden an. Offizielle Angaben über die Opferzahl gab es zunächst nicht. Laut der Zeitung „Kansas City Star“ ist ein sieben Stockwerke hohes Krankenhaus von dem Tornado schwer getroffen worden. Fotos zeigten ein völlig ramponiertes Gebäude, über das Augenzeugen dem Fernsehsender CNN sagten, es sehe einsturzgefährdet aus.

Anzeige

Möglicherweise habe es in dem St. John’s Regional Medical Center auch gebrannt, da Rauch aus dem Gebäude aufgestiegen sei. Die Klinik sei evakuiert und die Patienten in umliegende Notunterkünfte gebracht worden. Nach Medienberichten hat der Sturm medizinische Geräte aus dem Krankenhaus bis zu 100 Kilometer weit weggeschleudert. Auch an anderen Gebäuden in der Umgebung seien die Fenster herausgeflogen und Dächer teilweise abgedeckt worden.

Die Lokalzeitung „The Joplin Globe“ schrieb von „großen strukturellen Schäden“. Eine Mitarbeiterin des Roten Kreuzes sagte CNN in einem Telefoninterview, noch nie ein solches Ausmaß an Zerstörung gesehen zu haben. „Ich würde sagen, 75 Prozent der Stadt ist praktisch verschwunden. Wir werden sehr viel Hilfe brauchen“, sagte Kathy Dennis.

Joplin liegt rund 215 Kilometer südlich der Stadt Kansas City im Südwesten Missouris. In Teilen der Region sei das Strom- und Telefonnetz ausgefallen. Viele Hauptstraßen seien unpassierbar. An einer Universität sei ein Notfall-Zentrum eingerichtet worden. Wegen der katastrophalen Schäden wurden Hilfskräfte aus dem gesamten Umland mobilisiert, auch die Nationalgarde wurde nach Joplin gerufen.

Der Tornado hat nach Angaben der Nationalen Wetterbehörde gegen 17.45 Uhr Ortszeit zugeschlagen. Er war nach Auskunft von Meteorologen von Regen und Hagel verhüllt gewesen, so dass eine frühzeitige Warnung nicht möglich war. Der Sturm war Teil eines riesigen Unwettersystems, dass sich am Sonntag über zahlreiche Staaten erstreckt hatte.

dpa