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Panorama Wolf versetzt Oberbayern in Unruhe
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19:02 22.10.2010
Ein Wolf, hier ein Tier im Freigelände im Nationalpark Bayerischer Wald, sorgt in Oberbayern für Aufregung. Quelle: dpa

Der Wolf geht um im Alpenland: Vier Jahre nach dem Problembären Bruno ist er auf dessen Spuren in der selben Gegend im bayerischen Oberland unterwegs - und wie damals ist das wilde Tier bei der Bevölkerung nicht so willkommen, wie es Naturschützer gerne hätten. Denn immer wieder reißt der Wolf Schafe, und immer wieder kommt er nahe an Siedlungen heran.

Seit Dezember 2009 ist das etwa dreijährige männliche Tier, das aus dem südlichen Alpenraum kommt, im Mangfallgebirge unterwegs. Am Freitag berieten Fachleute, Behörden, Almbauern und Naturschützer in Bayrischzell, wie es weiter gehen soll. Weil der Wolf strengem Artenschutz unterliegt, darf er nicht abgeschossen werden. Sogar Umsiedeln oder Vergrämen ist nicht erlaubt. Dazu müssten sehr schwerwiegende Sicherheitsbedenken vorliegen, sagte der Präsident des Landesamtes für Umwelt, Albert Göttle.

Am Freitagabend wurde dann bekannt, das der Wolf mindestens über den Winter bleiben darf. In den nächsten Monaten solle es weitere Gespräche geben, um über den Umgang mit dem Tier und Schutzmaßnahmen für die Almwirtschaft zu beraten, sagte Göttle nach dem Treffen. Die kalten Monate ohne Almwirtschaft sollten genutzt werden, um mit den Bauern Konzepte zur Schadensminimierung zu entwickeln.

Der Wolf sei streng geschützt - bevor er abgeschossen oder auch nur umgesiedelt oder vergrämt werden dürfe, müssten schwerwiegende Sicherheitsbedenken vorliegen. Dies sei bei diesem Wolf aber bisher nicht der Fall. Er benehme sich ganz normal. „Auch das Verhalten gegenüber Siedlungen wird von unseren Fachleuten als normal eingestuft.“

In der Region herrscht wegen des Wildtieres Beunruhigung. „Es ist ein Gebiet, das sehr dicht besiedelt ist und in dem der Lebensraum für einen großen Beutegreifer sehr begrenzt ist“, betonte der Miesbacher Landrat Jakob Kreidl. Der Wolf sei immer näher an die besiedelten Gebiete herangerückt. „Ich habe zum Ausdruck gebracht, dass der Mensch Vorrang haben muss vor einem Tier“, sagte er. „Wir werden die Entwicklung weiter beobachten.“

Insgesamt 21 Schafe hat der Wolf seit vergangenem Dezember gerissen, außerdem wurden ein Reh und vier Stück Rotwild gefunden. Manche Almbauern hatten ihre Schafe im Sommer deshalb früher von den Bergweiden geholt. Das sei aber keine Lösung auf Dauer, betonte der Präsident der Landesanstalt für Landwirtschaft in Bayern, Jakob Opperer.

Zwar werden Schäden ersetzt - das ist Teil eines Managementplanes, der nach dem umstrittenen Abschuss von Braunbär Bruno 2006 erarbeitet worden war. „Der finanzielle Schaden ist nicht das Hauptproblem der Landwirte“, erläuterte jedoch Opperer. Ein Schaf sei auch emotional etwas wert. Die nächste Zeit müsse zeigen: „Gibt es eine Koexistenz?“ Die Almbauern wollen über den Winter entwickelte Strategien im nächsten Sommer ausprobieren. Hütehunde könnten eine Lösung sein, auch könnten die Tiere nachts enger zusammengetrieben werden. „Dann werden wir entscheiden müssen: Was raten wir den Entscheidungsträgern.“

dpa

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