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Panorama Wirtschaftsministerium lädt Betreiber des Snow Dome vor
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16:00 27.02.2013
Von Gabriele Schulte
Die Wintersporthalle Snow Dome bei Bispingen im Heidekreis steht vor dem Aus. Quelle: dpa
Bispingen

Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ist verwundert über die plötzliche Schließung des Snow Dome. „Es ist eigentlich üblich, dass eine Firma um den Erhalt von Arbeitsplätzen kämpft und sich frühzeitig meldet“, sagte Lies’ Sprecher Stefan Wittke am Mittwoch. Derartige Warnsignale habe es aber im Vorfeld gar nicht gegeben. Für Donnerstag hat Wirtschafts-Staatssekretärin Daniela Behrens Vertreter des Unternehmens, der Belegschaft und der Kommunalpolitik aus der Region zu einem Gespräch nach Hannover eingeladen. „Das Land hat kein Interesse an einer Investitionsruine, wir wünschen uns vielmehr einen lebendigen Tourismus in der Region“, betonte Wittke.

Auch Snow-Dome-Geschäftsführer José Fernandes habe erst kurz vor der Versammlung von den Betreibern, einer Investorengruppe rund um die Ötztaler Bergbahnen, von der Entscheidung erfahren. „Wir hatten schon die Pressemitteilungen zu den Sommerevents fertig“, sagt seine Sprecherin Leonie Stolz. Mit den Besucherzahlen sei man eigentlich zufrieden gewesen – 500.000 Menschen seien im vergangenen Jahr zum Snow Dome gekommen. Kurzfristig teilten die Betreiber aus Österreich aber folgendes mit: Da eine aufwändige Sanierung der Lifte und Beschneiungsanlagen angestanden hätte, die bei laufendem Betrieb nicht möglich sei, werde der Snow Dome am 31.März, also in gut vier Wochen, geschlossen. Zudem hieß es, dass das Unternehmen wegen der Energiekosten schon lange keine Gewinne mehr verbuche.

Noch immer ist ungewiss, ob es auf dem Gelände im Heidekreis eventuell unter einem anderen Betreiber weitergehen könnte - oder ob ein Abriss der riesigen Skihalle mit dem markanten Schrägdach bevorsteht. Nur ein Sozialplan für die 137 fest angestellten Mitarbeiter wurde gleich am Morgen vorgelegt und vom Betriebsrat schnell unterschrieben. Die Betreiber sehen keine Weiterbeschäftigung andernorts, sondern lediglich Abfindungen vor.

Klar ist auch: Die Schließung betrifft neben der Skihalle auch den erst vor drei Jahren eröffneten Außenbereich mit einer stehenden Welle für Surfer sowie das angeschlossene Hotel, das Tagungsgeschäft und die Gaststätten.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Hannover hatten Bund und Land den Snow Dome mit 3,4 Millionen Euro direkt gefördert. „Die Bindefrist dafür ist erst Ende Mai 2012 abgelaufen“, sagte ein Sprecher.

Die Betreiber aus Tirol hatten zum Start der Kunstschneehalle im Oktober 2006 Hoffnungen auf täglich 1000 Skifahrer, Snowboarder und Rodler geäußert. Sie mussten die Erwartungen aber schnell dämpfen. Die stets auf minus zwei bis minus vier Grad herabgekühlte Skihalle – der Energieverbrauch soll geringer als in einem Hallenbad sein – zog vor allem im Sommer weniger Besucher an als erwartet. Dagegen erfreute sich der neue Wasserbereich draußen nach Angaben von Stolz wachsender Beliebtheit. Rund die Hälfte der sportlichen Kunden seien im Sommer zum Surfen gekommen. Zu den 500.000 Besuchern im Jahr würden aber auch Nutzer der Gastronomie gezählt.

Vertreter der umliegenden Kommunen zeigten sich bestürzt. Bispingens Bürgermeisterin Sabine Schlüter war von Geschäftsführer Fernandes sofort angerufen worden. Ulrich von dem Bruch vom Tourismusverband Lüneburger Heide kündigte an: „Wir werden den Mitarbeitern bei der Arbeitssuche helfen.“

Hintergrund: 300 Meter Piste

  • Der Snow Dome in Bispingen (Heidekreis) wurde am 21. Oktober 2006 eröffnet. Betreiber sind die Bergbahnen Sölden aus dem Ötztal, die ihre Dependance auch als Werbung für das Tiroler Skigebiet nutzen.
  • Die Halle direkt an der Autobahn 7 ist 23 500 Quadratmeter groß. Hinzu kommt eine fast ebenso große Parkplatzfläche mit 570 Stellplätzen sowie vier Busparkplätze.
  • Die 300 Meter lange und bis zu 100 Meter breite Piste wird als „Europas komfortabelste und breiteste“ Hallenabfahrt bezeichnet. Die Piste hat ein Gefälle zwischen neun und 20 Prozent. Es gibt einen Teller-Schlepplift, einen kuppelbaren Sechser-Lift und einen Anfängerskilift.   
  • Die Gastronomie mit rustikaler Anmutung verteilt sich auf 2000 Quadratmetern: Ötztaler Stube, Erdinger Urweiße Hütt´n, Marktrestaurant mit Selbstbedienung, Sportsbar. Ein dazu gehörendes Hotel bietet 15 Blockhütten mit Schlafplätzen für jeweils bis zu sechs Personen.     
  • Im Snow Dome arbeiten zurzeit 137 fest angestellte Mitarbeiter. Hinzu kommen rund 100 Saisonkräfte.

dpa/ska/mic/kw

Dieser Artikel wurde erneut aktualisiert.

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