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Panorama Wird brauner Trauermarsch verschoben?
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20:18 13.06.2016
Der Marsch der Rechtsextremen in Bad Nenndorf sorgte in den vergangenen Jahren immer wieder für Gewaltpotenzial. Quelle: dpa/Archiv
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Bad Nenndorf

DGB-Sekretär Steffen Holz, der die Gegendemo anmeldet, bezeichnet das Verhalten der Neonazis als „reine Scharade“.

Die Demonstration, die für Sonnabend, 6. August, angemeldet war, hatte bereits im Vorfeld für Wirbel gesorgt: Eigentlich sollten am selben Tag die Abc-Schützen eingeschult werden. Doch die Schule liegt unmittelbar an der vorgesehenen Route der Neonazis. Der Landkreis Schaumburg hatte sich schon vor Monaten an die Organisatoren gewandt und darum gebeten, dass sie ihren Aufmarsch verschieben. Eine Reaktion blieb aus – die Einschulung wurde deshalb von Sonnabend auf Sonntag, 7.  August, verlegt, um Schülern sowie Eltern eine „angstfreie Feier“ zu garantieren, wie Schulleiter Torsten Rolke sagte.

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Doch nun haben sich die Organisatoren doch beim Landkreis gemeldet, mit der schwammigen Aussage, dass sie den sogenannten Trauermarsch „eventuell“ verlegen wollen. „Was wirklich passiert, können wir momentan nicht absehen“, sagt Kreisverwaltungsoberrätin Andrea Stüdemann. Immerhin habe der Landkreis seit Monaten versucht, Kontakt mit den Veranstaltern aufzunehmen, um im Hinblick auf die Einschulung um eine Verlegung der Demonstration zu bitten. „Und jetzt, wo die Einschulung verschoben wurde, kommt vonseiten der Organisatoren die erste Reaktion“, sagt Stüdemann. Bislang sei aber kein alternativer Termin vorgeschlagen worden. „Die Organisatoren wollen sich noch diese Woche melden“, sagt sie und fügt skeptisch hinzu: „Zumindest haben sie das angekündigt.“ Doch in Anbetracht der bisherigen Kommunikationsbereitschaft hieße es nun, erst mal abzuwarten.

Jürgen Uebel, Vorsitzender des Bündnisses Bad Nenndorf ist bunt, findet das Verhalten der Organisatoren lächerlich. „Das ist doch ein Witz: Die sind seit Monaten nicht erreichbar, und jetzt sowas“, schimpft er und fragt, warum sich der Landkreis so etwas bieten lässt. Er vermutet, dass die Organisatoren Landkreis und Anwohner so lange wie möglich im Dunkeln lassen wollen. „Aber wir können jederzeit spontan reagieren.“ Ähnlich sieht es Holz: „Die wollen doch nur über ihre eigenen Schwächen hinwegtäuschen“, kommentiert er den Anruf beim Landkreis. Immerhin sei die Zahl der Demonstranten in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft. „Mit dieser Aktion wollen sie uns, die Polizei und die Behörden jetzt wohl verunsichern – eine reine Provokation“, sagt er.

Von Lisa Malecha

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