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Panorama Wintereinbruch sorgt in Teilen Europas für Verkehrschaos
Mehr Welt Panorama Wintereinbruch sorgt in Teilen Europas für Verkehrschaos
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10:39 18.12.2009
Quelle: ddp
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Schnee- und Eisglätte haben in Teilen Deutschlands zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Einige Straßen und Autobahnabschnitte mussten vorübergehend gesperrt werden. Es gab zahlreiche Unfälle, bei denen es aber meist nur zu Blechschäden kam.

In Norddeutschland hatten sich die Autofahrer nach stundenlangen Schneefällen in der Nacht zum Donnerstag auf rutschige Straßen eingestellt und fuhren vorsichtig. In Hannover, Hamburg und anderen Städten blieb die Lage ruhig. Die Straßen war bis zum Morgen freigeräumt, Staus und Behinderungen habe es nach Angaben der Polizei und des Winterdienstes nicht gegeben. „Eigentlich haben wir sogar noch weniger Unfälle, als wenn es regnen würde“, sagte ein Sprecher der Polizei Braunschweig am Freitag. Bereits am Donnerstag hielten sich die Verkehrsbehinderungen in Grenzen. In Flensburg und den Kreisen Schleswig-Flensburg und Nordfriesland kam es ebenso wie in Ostfriesland zu einigen Unfällen.

In Nordrhein-Westfalen gab es am Donnerstag zahlreiche Unfälle. In den meisten Fällen waren Autofahrer wegen Schnee- oder Eisglätte von der Fahrbahn abgekommen und mit entgegenkommenden Fahrzeugen zusammengeprallt oder im Straßengraben gelandet. Die allermeisten Unfälle seien aber glimpflich verlaufen, hieß es.

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Im Landkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg kam es auf der Autobahn 81 am Vormittag zu etwa 75 Unfällen. Zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Nord und Pleidelsheim war zudem am Morgen ein mit Rüben beladener Lkw auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und gegen die Mittelleitplanke geprallt. Ein nachfolgendes Fahrzeug rutschte unter den querstehenden Lastwagen. Der Fahrer wurde eingeklemmt und erlitt schwere Verletzungen.

Auch im Raum Heidelberg kam es am Donnerstag auf glatter Fahrbahn zu mehreren Unfällen. Zeitweilig brach der Verkehr aus Richtung Wiesloch/Schwetzingen in Richtung Heidelberg völlig zusammen. Schon geringe Steigungen waren kaum mehr passierbar. Auch im Landkreis Karlsruhe verzeichnete die Polizei zahlreiche witterungsbedingte Verkehrsunfälle. Insgesamt 16 Unfälle wurden im Norden des Kreises gemeldet, wobei es meist bei kleinen Auffahrunfällen blieb.

In Mecklenburg-Vorpommern kam es lediglich im Ostteil des Bundeslandes zu witterungsbedingten Unfällen. Im Landkreis Nordvorpommern, auf der Insel Rügen und in Stralsund wurden bis zum Nachmittag 46 Unfälle gezählt. Verletzt wurde niemand. Die Bundesstraße 109 bei Greifswald musste vorübergehend gesperrt werden, nachdem ein Lkw auf der spiegelglatten Straße liegengeblieben war. Der Westen des Landes blieb zunächst von größeren Verkehrsbehinderungen verschont. Dort sollte der Schneefall erst später einsetzen.

Londoner Flughäfen geschlossen

In Großbritannien hat heftiger Schneefall Chaos ausgelöst. Die Londoner Flughäfen Gatwick und Luton wurden am Freitag bis auf Weiteres geschlossen. In Gatwick hätten Eis und Schnee die Flugpisten zu unsicher gemacht, sagte ein Sprecher. Mindestens 18 Flüge mit Ziel Gatwick wurden in der Nacht zu anderen Airports umgeleitet. Der Airport Heathrow blieb dagegen zunächst in Betrieb.

Im südöstlichen Kent mussten Hunderte Autofahrer die Nacht in ihren Wagen verbringen, weil die Autobahnen eingeschneit waren. Aus Essex im Süden meldete die Polizei 180 Unfälle. Im Osten Englands begannen die Weihnachtsferien für die Schüler früher als geplant: In Suffolk, Cambridgeshire und Norfolk wurden Dutzende Schulen geschlossen. Auch der Eisenbahnbetrieb war im Osten Englands gestört.

Flugausfälle in Paris

In Frankreich hat der Wintereinbruch zu starken Verkehrsbehinderungen und zum Ausfall zahlreicher Flüge geführt. In Paris mussten Hunderte Passagiere unter anderem von Flügen nach Hamburg und Stuttgart die Nacht auf dem Flughafen verbringen. Das Luftfahrtamt DGAC rief die Fluggesellschaften für diesen Freitag auf, wie am Donnerstag ein Drittel der Flüge zu streichen.

Auch auf den Straßen kam es in weiten Teilen des Landes zu Behinderungen. Mehrere Fernstraßen im Norden wurden für den Schwerverkehr gesperrt und Schulbusse blieben in den Depots. In der Normandie saßen 120 Fahrzeuge auf der Autobahn A 84 fest, nachdem ein Lastwagen sich im Schnee quergestellt hatte. Die Autobahn wurde gesperrt. Selbst die Hochgeschwindigkeitszüge TGV mussten ihre Fahrt drosseln. Von der belgischen Grenze über Paris bis zum Zentralmassiv und von der Bretagne bis zu den westlichen Pyrenäen gab Météo France eine Schneewarnung heraus. Nur der Mittelmeerbogen war vor Schnee sicher.

In Paris und Lyon wurde der Verkehr zudem von Streiks in Teilen des Nahverkehrs behindert. In Paris wurde die mit einer Million Fahrgästen pro Tag meistbefahrene S-Bahn-Strecke Europas, die RER-A, fast völlig lahmgelegt. Viele Betroffene nahmen sich freie Tage, um dem Verkehrsstress zu entgehen.

lni/ddp/dpa