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Panorama Winterdienst: Warum Bayern seine Straßen mit Gurkenwasser streut
Mehr Welt Panorama Winterdienst: Warum Bayern seine Straßen mit Gurkenwasser streut
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22:14 26.01.2020
In Bayern werden die Straßen seit einigen Wochen mit Gurkenwasser gestreut. Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com
München

Gurkenwasser gehört nicht gerade zu den kulinarischen Highlights – und wenn man es ohnehin wegkippt, kann man es ja auch sinnvoll verwenden. So oder so ähnlich dürften wohl die Überlegungen im bayerischen Verkehrsministerium gewesen sein. Denn die Winterdienste in der Region kippen seit einigen Wochen tatsächlich Gurkenwasser auf die Straßen – gegen Glatteis.

Der Hintergrund der ungewöhnlichen Streumethode ist dabei ganz logisch: Es geht um den Umweltschutz – und um die Einsparung von Kosten. Denn praktischerweise gibt es in der Region ein Unternehmen, das jede Menge „Streusalz“ hat: Der Salzgurkenproduzent Develey.

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Gurkenwasser wird zur Sole

Das Unternehmen im niederbayerischen Dingolfing verarbeitet laut eigenen Angaben jährlich 17.000 Tonnen Gurken zu Gewürzgurken. Das bei diesem Prozess entstandene Gurkenwasser aus dem Stammwerk muss normalerweise mühsam geklärt werden. Dank eines Pilotprojekts findet es jetzt allerdings den Weg auf die Straßen.

Damit das funktioniert, muss das übrig gebliebene Salzwasser in Salzsole umgewandelt werden. Anschließend werden die Straßenmeistereien mit der recycelten Sole versorgt. Durch das Recyceln wird die Gesamtmenge an Salz, das in die Umwelt gelangt, verringert und diese somit entlastet, erklärte das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr im Dezember in einer Mitteilung.

Ein Streufahrzeug in Bayern. Quelle: David-Wolfgang Ebener/dpa

700 Tonnen Salz sollen eingespart werden

Bisher hatten die Straßenmeistereien das Salz selbst hergestellt. Das Ministerium rechnet damit, mit dem neuen Konzept 700 Tonnen Salz und 4,9 Millionen Liter Wasser einzusparen. Das Feinkostunternehmen spart sich im Gegenzug die mühsame Klärung des Abfallprodukts.

In Bayern müssen die Winterdienste bei Glatteis rund 23.000 Kilometer Straßen befahren und bestreuen. Rund 326.000 Tonnen Streusalz wurden dazu in der vergangenen Saison auf den Straßen und Autobahnen verteilt – etwa 3000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dafür im Einsatz.

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RND/msc

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