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Panorama Wie sinnvoll ist ein Hygienebarometer?
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20:03 25.04.2017
Von Karl Doeleke
Mangelpunkte zeigen an, wenn in der Restaurantküche etwas nicht stimmt. Quelle: Uwe Anspach
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Hannover

Agrarminister Christian Meyer will mehr Transparenz in Restaurants und Supermärkten. Mit einem sogenannten Hygienebarometer sollen sich Verbraucher in Niedersachsen darum zukünftig über die Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung informieren können. Man wolle den vielen unseriösen Bewertungsportalen im Internet ein amtliches Qualitätssiegel entgegenstellen, sagte Meyer am Dienstag bei der Vorstellung. Niedersachsen ist nach Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen das dritte Bundesland, das die Kontrollergebnisse in Restaurants, Bäckereien oder Kantinen öffentlich macht. Das betrifft 42 000 Betriebe.

Zunächst wird das Projekt allerdings in einer mehrere Monate dauernden Testphase in Hannover und Braunschweig ausprobiert. Danach soll es nach einer Bewertung durch die Beteiligten und möglichen Korrekturen landesweit eingeführt werden. Auch die Verbraucherzentrale und der Fleischverband Niedersachsen-Bremen machen mit. Das Barometer werde auf jeden Fall noch in diesem Jahr flächendeckend eingeführt, sagte der Grünen-Politiker Meyer.

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Aushängen ist freiwillig

Das Barometer soll nach seiner Vorstellung so funktionieren: Die amtlichen Lebensmittelkontrolleure fassen das Ergebnis ihrer Überprüfung auf einem DIN-A4-Blatt zusammen und schicken es an die Betriebe, die es dann aushängen können, aber nicht müssen. In drei Kategorien gibt es Noten: für die Beachtung des Lebensmittelrechts, verlässliche eigene Kontrollen und für das „Hygienemanagement“. Daraus folgt eine Gesamtnote („sehr gut“ bis „nicht ausreichend“, was in der Schule der Note fünf entspräche). Bei Beanstandungen werden sogenannte Hygienemangelpunkte vergeben. Die Skala reicht von null bis 80. Selbst mit 40 Mängelpunkten wird ein Betrieb allerdings noch als „gut“ eingestuft. Ein Pfeil in einer bunten Grafik zeigt an, wo der Betrieb im Verhältnis zu anderen Unternehmen steht.

Zusätzliche Kontrollen soll es für das Barometer nicht geben, wie Christiane Mehl, Leiterin der Lebensmittelkontrolle in Hannover, sagte. Die üblichen Routinekontrollen würden weitergeführt. Mehl leitet Niedersachsens größte Lebensmittelüberwachungsbehörde.

Insbesondere an der Frage der Kontrollen entzündete sich Kritik. Gerade gute Betriebe würden nur alle zwei bis drei Jahre kontrolliert, sagte Kirsten Jordan vom Hotel- und Gaststättenverband. Es könne also lange dauern, bis ein gutes Restaurant sein Barometer habe. Die Kunden aber zögen womöglich die falschen Schlüsse, wenn sie die neuen Aushänge in manchen Restaurants entdecken, in anderen aber nicht. „Wir halten ein solches Barometer nicht für zielführend.“

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