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Panorama Weihnachtsmann oder Weltuntergang
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11:31 19.12.2012
Für den 21. Dezember 2012 fürchten Pessimisten und Verschwörungstheoretiker den Weltuntergang, weil dann die 13. Periode im Kalender der Maya endet. Quelle: dpa
Berlin

Die Lichterketten verglimmen, die Nordmanntannen bleiben im Wald, die Geschenke im Kaufhausregal - Weihnachten fällt aus, denn drei Tage vor dem Fest geht die Welt unter. Das behaupten jedenfalls einige Endzeit-Propheten und berufen sich auf die Maya. Das alte mittelamerikanische Kulturvolk hatte eine zyklische Vorstellung von Zeit. Am 21. Dezember 2012 endet in ihrer „langen Zählung“ ein Zyklus von 5200 Jahren. Doch die Zeit geht weiter, wenn ein Kalender aufhört. Auch bei uns sieht ja niemand das Ende aller Tage kommen, weil er am 31. Dezember das letzte Blatt vom Kalender reißt. Ein neuer Kalender kommt an die Wand und auch die Mayas zählen neu.

Heerscharen von Wissenschaftlern geben Entwarnung, aber wer glauben will, der glaubt. Die Angst vor dem Untergang ist so alt wie die Menschheit. Reichte dem Urmenschen noch ein Gewitter, um ihm einen Todesschrecken in die behaarten Glieder fahren zu lassen, waren später schon eine Sonnenfinsternis oder ein Komet für eine Massenpanik erforderlich.

Auch heute haben pseudowissenschaftliche Propheten Hochkonjunktur. Nikolai Grube, Professor für Altamerikanistik an der Universität Bonn, führt den „Erfolg“ von Untergangsszenarien auf Unsicherheit und gesellschaftliche Krisen zurück: „Da tauchen Menschen auf, die sich selbst zu Propheten erklären und andere an ihrer geheimen Offenbarung teilhaben lassen.“ Grube vergleicht den Maya-Rummel mit den Ängsten vor dem 1. Januar 2000: „Viele Leute dachten, der Jahrtausendwechsel bringe uns das Ende des Universums.“

Einige Schwarzseher beriefen sich auf den Astrologen Nostradamus (1503-1566). Von ihm stammt die Aussage: „Im Jahr 1999 kommt vom Himmel ein großer Schreckenskönig.“ Vielleicht bezieht er sich damit auf eine vorausberechnete Sonnenfinsternis, vom Weltuntergang war keine Rede. Dennoch reisten Anhänger der „Besorgten Christen“ aus den USA nach Israel, um in Jerusalem Selbstmord zu begehen. Anführer Kim Miller hatte sie überzeugt, dass Anfang 2000 die Welt untergeht. „Wir sind sehr besorgt über die Zahl der Menschen, die unter einer Millenniums-Phobie leiden und nach Israel kommen, um extreme Taten zu begehen“, sagte Chezi Leder von der israelischen Polizei.

Derartige Sekten finden auch hierzulande Gehör. „In Deutschland gibt es Hunderte solcher kleiner Gruppen mit überzogenen Heilsversprechen“, sagt Michael Utsch, Referent für den Lebenshilfemarkt bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, der Nachrichtenagentur dpa. „Die großen klassischen Sekten stagnieren, aber kleine Gruppen mit Wunderheilern, die zwei Dutzend bis hundert Mitglieder um sich scharen, wachsen.“

Und in anderen Ländern? In Ghana machte „Prophet“ Peter Anamoah von der „Makara Kirche“ ein Bergdorf in seinem Land als einzigen Ort aus, der von der Apokalypse verschont bleibt. Wem die Reise nach Afrika zu weit ist, dem sei Frankreich empfohlen: Auch der Berg Pic de Bugarach in Nähe der Pyrenäen soll gerettet werden. Unter dem Fels ist eine Startbahn für Außerirdische versteckt, von wo diese mit einem Rettungs-UFO Auserwählte ins sichere All bringen.

Besonders unter den stark abergläubischen Osteuropäern sind viele besorgt. In der russischen Stadt Omutninsk kauften sie die Läden leer, nachdem eine Zeitung vor „konjez sweta“ (Weltuntergang) gewarnt hatte. Im sibirischen Tomsk finden „Notfallsets“ für 22 Euro mit haltbaren Lebensmitteln, Kerzen und Seife reißenden Absatz. Andrej Iltschneko aus dem ukrainischen Djepropetrowsk weiß, was er am 21. Dezember tut: „Für die Apokalypse kaufen wir Lebensmittel und Schnaps. Dann steigen wir in unseren Bunker hinunter und schließen feierlich die Luke.“

Sollen sie sich ruhig um ihre Sektengurus scharen, wir feiern Weihnachten! Frohes Fest und ein gutes neues Jahr 2013! Moment: 13 ist eine Unglückzahl, das „Dutzend des Teufels“ - es riecht nach Katastrophe. Die Untergangs-Propheten stehen bestimmt wieder in den Startlöchern.

dpa

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